Integration

Warsteinerin gewinnt Preis: „Jeder muss etwas tun“

Ayse Mehmetogullari aus Warstein erhielt von Landrätin Eva Irrgang (links) und Bas Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff die Auszeichnung zum zweiten Platz beim Integrationspreis des Kreises Soest.

Foto: Kreis Soest

Ayse Mehmetogullari aus Warstein erhielt von Landrätin Eva Irrgang (links) und Bas Sassendorfs Bürgermeister Malte Dahlhoff die Auszeichnung zum zweiten Platz beim Integrationspreis des Kreises Soest. Foto: Kreis Soest

Warstein/Kalkar.   Ayse Mehmetogullari aus Warstein weiß, was flüchten bedeutet. Jetzt hilft sie Menschen, die ein ähnliches Schicksal durchgemacht haben.

Ayse Mehmetogullari weiß, was flüchten bedeutet. In ihrer Kindheit kommt die Sichtigvorerin aus der Türkei nach Niederbergheim, die damalige Situation beschreibt sie als „chaotisch“. Der Kreis Soest hat sie vor wenigen Tagen mit dem zweiten Platz beim Integrationspreis ausgezeichnet. Im Gespräch mit der WESTFALENPOST erklärt sie, warum sie sich selbst intensiv für die Flüchtlingshilfe engagiert und was sie von Menschen hält, die Asylbewerbern negativ gegenübertreten.

Frau Mehmetogullari, was haben Sie gedacht, als Sie von der Auszeichnung des Kreises erfahren haben?

Ich habe mich schon über die Einladung riesig gefreut, habe aber niemals damit gerechnet, dass ich den Preis bekomme. Das macht mich und meine Familie unheimlich stolz und zeigt, wie wichtig die Arbeit in der Flüchtlingshilfe ist.

Warum haben Sie sich 2015 entschieden, sich in Sichtigvor zu engagieren?

Das war eine chaotische Situation, vieles war unorganisiert. Zwar deutlich besser als zu dem Zeitpunkt, als ich nach Deutschland gekommen bin, aber immer noch nicht gut. Der Kreis hat händeringend nach Helfern gesucht, ich habe mich dann als ehrenamtliche Dolmetscherin zur Verfügung gestellt.

Dabei ist es aber nicht geblieben, oder?

Nein, schnell habe ich geholfen, wo ich kann. Nicht nur beim Übersetzen, sondern auch im Alltag. Diese Menschen haben Schreckliches erlebt. Wenn man dann die Möglichkeit hat, zu helfen, dann sollte man sich unbedingt engagieren. Also war ich auch langfristig dabei und habe einfach weitergemacht.

Sind daraus auch Freundschaften entstanden?

Ja, ich habe noch zu vielen Menschen, denen ich geholfen habe, Kontakt. Zwar nicht so intensiv wie früher, weil ich seit Kurzem in Kalkar am Niederrhein und nicht mehr in Warstein wohne, aber immer noch ein wenig. Ich habe erst gedacht, dass ich Warstein und die Menschen nicht so vermissen werden, aber mittlerweile hat sich das ganz stark geändert.

Was sagen Sie zu Menschen, die Flüchtlingen negativ gegenüberstehen?

Es ist egal, ob ich Deutsche, Türkin oder Kurdin bin: Wir sind alle Menschen und sollten uns gegenseitig mit Respekt behandeln. Dies gilt sowohl für Flüchtlinge als auch für Deutsche. Jeder muss einen Teil dazu beitragen, dass Integration gelingt.

Was wünschen Sie sich für die Flüchtlingsarbeit in Zukunft

Im Vergleich zu 2015, als alle unvorbereitet waren, ist es bis jetzt schon viel besser geworden, aber da ist noch jede Menge Luft nach oben. Alle müssen gemeinsam anpacken, damit wir die Aufgabe meistern und die Integration vorantreiben können.“

Werden Sie sich auch zukünftig in der Flüchtlingshilfe engagieren?

Ich habe durch den Umzug und meine Familie im Moment reichlich Termine, dementsprechend geht das nicht mehr ganz so intensiv wie früher. Aber wenn ich helfen und den Menschen so zu einem besseren Leben verhelfen kann, dann bin ich natürlich wieder dabei und packe mit an.

Folgen Sie uns auch auf Facebook.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik