Notaufnahme

Warsteins Krankenhaus „Maria Hilf“ zum Traumazentrum ernannt

Das Krankenhaus "Maria Hilf" in Warstein ist als Traumazentrum zertifiziert worden (von links): Wolfgang Kasper (Oberarzt Chirurgie), Kristin Mauer (Qualitätsmanagement-Beauftragte), Gregor Strosing (Oberarzt Anästhesie), Susanne Gremme (Projekt-Koordinatorin), Gunnar Stammen (Geschäftsführer).

Foto: Thorsten Streber

Das Krankenhaus "Maria Hilf" in Warstein ist als Traumazentrum zertifiziert worden (von links): Wolfgang Kasper (Oberarzt Chirurgie), Kristin Mauer (Qualitätsmanagement-Beauftragte), Gregor Strosing (Oberarzt Anästhesie), Susanne Gremme (Projekt-Koordinatorin), Gunnar Stammen (Geschäftsführer). Foto: Thorsten Streber

Warstein.   Das Warsteiner Krankenhaus „Maria Hilf“ ist jetzt Traumazentrum. Wie ein Schockraum die Notfallaufnahme professioneller gemacht hat.

Die Urkunde ist klein, die Fortschritte für die Notfallversorgung in Warstein dafür umso größer: Als neu zertifiziertes Traumazentrum hat das Krankenhaus Maria Hilf einen großen Schritt auf dem Weg zum Notfallkrankenhaus gemacht. Schwer verletzte Patienten, die in die Notaufnahme eingeliefert werden, können ab sofort in einem neu eingerichteten Schockraum deutlich professioneller behandelt werden.

„Alles, was im Vorfeld erledigt werden kann, ist erledigt“, erklärt Gregor Strosing, Oberarzt der Anästhesie, das Prinzip des Traumazentrums. Eindeutig ist jetzt festgelegt, wer in welchen Situationen was zu tun hat. „Damit haben wir den Kopf frei für die Versorgung des schwerverletzten Patienten – das ist insbesondere bei größeren Verletzungen schließlich schon komplex genug.“

Wie läuft die Versorgung im Schockraum ab?

Löst der Notarzt den Schockraum-Alarm aus, stehen binnen weniger Minuten zehn Mitarbeiter an der Notaufnahme zur Erstversorgung bereit, darunter mit den Oberärzten der Unfallchirurgie, der Anästhesie und den diensthabenden Chirurg auch drei Ärzte. Die Geräte sind rund um die Uhr online, um jederzeit einsatzbereit zu sein.

Die Versorgung erfolgt dann nach schriftlich festgelegten Richtlinien und in internationalem Standard. „Die Schwestern wissen, wann sie Blut abnehmen und welche Werte sie ermitteln müssen“, gibt Gregor Strosing ein Beispiel. Es gibt sogar Linien auf dem Boden, die anzeigen, wer wo zu stehen hat.

Selbst eine Notoperation ist im Schockraum durchführbar. „Das haben wir dieses Jahr sogar schon mal gemacht“, sagt der Oberarzt.

Welche Vorteile bietet der Schockraum?

Projekt-Koordinatorin Susanne Gremme schwärmt von der interdisziplinären Teamarbeit: „Dass wir die Abläufe so genau festgelegt haben, hat vielen Kollegen die Angst genommen – und auch der Team-Spirit ist ein ganz anderer.“ Jeder Beteiligte – von den Pflegern über die Röntgen- und Labor-Assistenten bis zum Oberarzt – sei viel genauer auf seine Aufgabe geschult. „Das läuft jetzt alles strukturierter ab“, sagt Unfallchirurg Wolfgang Kasper.

Außerdem ist das Warsteiner Krankenhaus dem Trauma-Netzwerk Nord-West beigetreten, um auch für den Fall, dass eine Behandlung in Warstein nicht möglich ist, besser gerüstet zu sein. Das Klinikum Stadt Soest sowie die Uniklinik Münster als Netzwerkpartner sind damit verpflichtet, Notfallpatienten aus Warstein aufzunehmen. „Früher mussten wir manchmal eine Stunde telefonieren, bis wir einen Platz für den Patienten gefunden haben“, zeigt Wolfgang Kasper die Vorteile auf.

In welchen Fällen wird Schockraum-Alarm ausgelöst?

Stürze aus mehr als drei Meter Höhe, schwere Autounfälle – in Absprache mit dem Rettungsdienst wurde ein Katalog erarbeitet, welche Notfallpatienten in den Schockraum gebracht werden.

„Manchmal kommt hier einer auch quietschvergnügt rein“, berichtet Gregor Strosing. Insbesondere innere Verletzungen seien manchmal nicht auf den ersten Blick erkennbar. „Dann machen wir hier einmal das komplette Programm und freuen uns, wenn am Ende doch alles gut ist.“

Wie ist der Raum ausgestattet?

Neu angeschafft wurde ein EDV-Arbeitsplatz, ein Sonografie-Gerät und ein vollständiger Narkose-Arbeitsplatz. Außerdem ist Verbrauchsmaterial, das es bisher nur auf der Intensivstation gab, auch im Schockraum vorrätig. Wie viel Geld investiert wurde, kann Krankenhaus-Geschäftsführer Gunnar Stammen nicht beziffern.

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