Friedensnobelpreis

Warum ein Friedensnobelpreisträger nach Warstein kommt

Die Friedensnobelpreis-Medaille wird ICAN am 10. Dezember im Rathaus in Oslo verliehen.

Foto: Berit Roald/dpa

Die Friedensnobelpreis-Medaille wird ICAN am 10. Dezember im Rathaus in Oslo verliehen. Foto: Berit Roald/dpa

Warstein.   Sascha Hach hat mit der Friedensorganisation ICAN den Friedensnobelpreis gewonnen. Warum er jetzt ins Haus Kupferhammer kommt.

Die Friedensnobelpreisträger 2017 kommen ins Haus Kupferhammer – zumindest ein Teil von Ihnen. Sascha Hach, deutscher Vorstand der Organisation ICAN, die international 450 Friedensorganisationen bündelt, spricht im Interview mit der WESTFALENPOST über seine persönliche Beziehung nach Warstein, die anstehende Preisvergabe und wohin die aktuelle Atom-Politik in Deutschland und der Welt führen kann.

Signal an die deutsche Politik senden

Herr Hach, was waren ihre ersten Gedanken nachdem feststand, dass sie ab sofort Friedensnobelpreisträger sind?

Ich war überwältigt, wir haben als Organisation überhaupt nicht damit gerechnet. Es ist eine große Würdigung und Anerkennung für unsere Arbeit, die an vielen Stellen auch auf Widerstand stößt. Daher ermutigt uns diese Auszeichnung, unsere Arbeit fortzusetzen. Sie gibt uns viel Rückhalt und ist ein gutes Zeichen für die Abrüstung.

Dann fahren Sie also sehr optimistisch nach Oslo zur Preisverleihung am Sonntag, oder?

Das ist natürlich eine völlig neue Erfahrung für mich. Aber es ist auch einfach toll, all die anderen Aktivisten aus der ganzen Welt wieder zu treffen, die für ihre harte Arbeit belohnt werden. Wir können von dort aus auch ein politisches Signal nach Deutschland senden.

Schüler für Abrüstung sensibilisieren

Wie schaut ihre Arbeit bei ICAN genau aus? Wofür setzen Sie sich konkret ein?

Wir sind ein Bündnis weltweit agierender Organisationen. Dazu gehören nicht nur Friedens- und Abrüstungsorganisationen, sondern auch beispielsweise Akteure aus der humanitären Hilfe oder dem Umweltschutz. Einer unserer Schwerpunkte ist die politische Bildungsarbeit an Schulen und Universitäten.

An welchen Projekten arbeiten Sie aktuell?

Wir wollen mit unserer Arbeit die Boykotthaltung der Bundesregierung zum Atomwaffenverbot aufbrechen. Wir haben festgestellt, dass es in dieser Frage bei der Regierung und in sicherheitspolitischen Kreisen Grenzen gibt, die sie nicht überschreiten wollen. Deshalb werden wichtige Abrüstungsfortschritte blockiert.

Trumps Atompolitik und die Auswirkungen auf Europa

Welche Gefahren kommen in Zukunft durch die Atompolitik auf uns zu?

Europa droht aufgrund der engen Verwobenheit mit der US-Nuklearpolitik in die aggressive Aufrüstungspolitik von Donald Trump hineinzudriften. Die USA investieren Milliarden Dollar, um ihre Atomwaffenstützpunkte in Europa zu modernisieren. Wir müssen aufpassen, nicht in die nukleare Eskalationsspirale zu geraten.

Wie kam der Kontakt nach Warstein zustande?

Die Veranstaltung im Haus Kupferhammer ist für uns besonders, weil wir freundschaftliche und berufliche Beziehungen nach Warstein pflegen. Zeitgleich steht sie für ein wichtiges Vorhaben, das ICAN 2018 umsetzen möchte: Wir wollen mehr Menschen vor Ort mit unserer Arbeit vertraut machen und sensibilisieren.

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