St.-Christophorus-Kirche

Warum ein Werler von der Hirschberger Kirche fasziniert ist

Stellen ein neues Buch über die Christophorus-Kirche in Hirschberg vor (von links): Hermann Schulte, Autor Rudolf Fidler und Dieter Bräutigam.

Foto: Thorsten Streber

Stellen ein neues Buch über die Christophorus-Kirche in Hirschberg vor (von links): Hermann Schulte, Autor Rudolf Fidler und Dieter Bräutigam. Foto: Thorsten Streber

Hirschberg.   Rudolf Fidler hat nach anfänglicher Skepsis Gefallen an der St.-Christophorus-Kirche in Hirschberg gefunden und jetzt ein Buch veröffentlicht.

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Liebe auf den ersten Blick war es nun wirklich nicht zwischen Rudolf Fidler und der St.-Christophorus-Kirche in Hirschberg. „Als ich zum ersten Mal hier war, habe ich gedacht: Das ist eine typische 50er-Jahre-Kirche, da brauchst du gar nicht erst reingehen“, erzählt er jetzt im Alten Rathaus.

Später informierte er sich genauer und kehrte noch einmal zurück: „Als ich die Kirche dann zum ersten Mal betreten habe, ist mir der Mund offen stehen geblieben.“ Aus der Begeisterung entsprang ein wissenschaftliches Interesse, das nun in einem Buch über die Christophorus-Kirche mündete.

Der Inhalt

Im Mittelpunkt des 172 Seiten starken Werkes stehen die Entstehungsgeschichte und die Ausstattung des Gotteshauses. „Hier wird die schlichte Gewölbearchitektur der Spätgotik kombiniert mit unheimlich reichhaltigen Strukturen des Barock“, weist Rudolf Fidler auf die Besonderheiten hin. „Das ist mindestens im norddeutschen Raum einmalig.“

Die prunkvolle Ausstattung geht auf den Oberjägermeister Gaudenz von und zu Weichs zurück, der zum engeren Zirkel des Erzbischofs von Köln zählte. Als im 17. Jahrhundert viele Jagdgesellschaften des Erzbischofs in Hirschberg gastierten, ließ der von Schloss Körtlinghausen stammende Adelige die Christophorus-Kirche herrichten, um sich als Getreuer des Erzbischofs zu inszenieren. Wenn in manchen Inschriften von „Dominus“, zu Deutsch dem „Herrn“, zu lesen ist, bleibe offen, ob sich der Begriff auf Gott oder auf von Weichs beziehe, belegt Rudolf Fidler die Eitelkeit des Oberjägermeisters.

Der Autor erklärt die Geschichte der Kirche – inklusive der Umbauten von 1956/57 und 2016/17 –, beschreibt zudem aber auch die einzelnen Verzierungen und Altäre. Besonders begeistert ist Rudolf Fidler vom Tabernakel-Hochaltar – einer Seltenheit in Westfalen. Viele Fotos geben auch Ortsfremden einen Eindruck vom Kirchengebäude.

Der Autor

Als Hauptschullehrer für Englisch, Deutsch und Erdkunde gehört die Kunstgeschichte nicht seit jeher zu den Hauptinteressen des heute 66 Jahre alten Werlers. Erst als er später auch noch die Fächer Religion und Geschichte dazu nahm, wuchs die Begeisterung für historische Kirchengebäude in der Region.

Der Pädagoge – seit 2002 auch Doktor der Theologie – beschäftigte sich zunehmend mit Gotteshäusern und veröffentlichte 1997 ein erstes Buch über die Hohnekirche in Soest. „Das war für mich ein schöner Ausgleich zum Schulalltag“, erzählt er. Das Buch über die Christophorus-Kirche ist die dritte Veröffentlichung des Werlers.

Der Sponsor

Seit 60 Jahren hat Hermann Schulte eine ganz besondere Beziehung zur Christophorus-Kirche. Nicht nur, dass er als Hirschberger von der Taufe bis zur Hochzeit viele große Feste mit dem Gotteshaus verbindet, Schulte gestaltete sogar einen Teil des Kirchenraums mit. Als Lehrling im väterlichen Zimmermannsbetrieb war er 1956/57 an der großen Innenrenovierung beteiligt.

Kurzerhand stellte Schulte die Anschubfinanzierung zur Verfügung. „Ohne seine Hilfe hätte das Buch nicht gedruckt werden können“, freut sich auch Vereinsring-Vorsitzender Dieter Bräutigam über das Engagement und das weitere Stück Hirschberger Heimatgeschichte. Die Erlöse aus dem Verkauf sollen einem Projekt in Hirschberg zugute kommen.

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