Weihnachtskonzert

Warum „Gospel spontan“ auch ohne Weihnachtsmusik überzeugt

Volkert Bahrenberg, Willi Bahrenberg und Ingo Frank (von links) übernehmen den Gesangsteil der insgesamt knapp 20 Lieder des Konzerts. Jedes hat seinen eigenen Charme, seine eigene Geschichte.

Foto: Sebastian Hahn

Volkert Bahrenberg, Willi Bahrenberg und Ingo Frank (von links) übernehmen den Gesangsteil der insgesamt knapp 20 Lieder des Konzerts. Jedes hat seinen eigenen Charme, seine eigene Geschichte. Foto: Sebastian Hahn

Suttrop.   „Gospel spontan“ im LWL-Festsaal in Suttrop ist erneut ein voller Erfolg. Weil mit Traditionen gebrochen wird – und es trotzdem traditionell ist.

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Traditionelle Weihnachtslieder sind eigentlich nicht das Steckenpferd von Volkert Bahrenberg. Seit 1986 verkörpert er mit „Gospel spontan“ das etwas andere Weihnachten. Bluegrass-Musik statt „O Tannenbaum“, Bass und Banjo statt Kirchenorgel – doch ganz ohne Tradition kommt auch der Organisator des Weihnachtskonzerts im Festsaal der LWL-Kliniken nicht aus.

„Es gibt immer ein paar Leute, die auf den klassischen Boogie-Woogie zu Beginn bestehen. Und die, die es noch nicht tun, werden es spätestens beim nächsten Mal“, prophezeit Volkert Bahrenberg und schwingt sich ans Klavier. Während er die Tasten tanzen lässt, wippt das Publikum leicht rhythmisch mit – Warmlaufen für den Hauptteil des Konzerts.

Improvisieren kurz vor dem Auftritt

Dabei entdecken Volkert Bahrenberg und die anderen Musiker auch bei der 31. Ausgabe noch unvorhergesehene Stolpersteine. Sängerin Kristina Vaut bricht sich vor knapp einer Woche nach einem Reizhusten-Anfall die Rippe, Mandolinenspieler Willi Bahrenberg am selben Tag bei einem Fahrradsturz den Ellenbogen.

Instrumente spielen kann er damit zwar im Moment nicht, seine Stimme brauchen die fünf Musiker am Dienstagnachmittag trotzdem – und so betritt er unter großem Applaus beim Klassiker „Cabin on the hill“ die Bühne und singt. Der eingegipste Unterarm ist in diesem Moment nicht mehr so wichtig.

„Bluegrass“ steht am 2. Weihnachtsfeiertag im Mittelpunkt - „Arme-Leute-Musik“, wie Volkert Bahrenberg sie bezeichnet. Entstanden unter den Einwanderern in Amerika, mit deutschen, irischen und afrikanischen Wurzeln. „Eigentlich geht es in den meisten Stücken darum, dass Männer am Ende ohne ihre große Liebe da sitzen - aber schön sind die Songs trotzdem“, verspricht Volkert Bahrenberg und liefert mit „Highway of Sorrows“ – Autobahn der Trauer – direkt ein hervorragendes Beispiel.

Am Banjo immer besser

Volkert Bahrenberg am Banjo, auf dem er „jedes Jahr etwas besser wird“, wie er selbst sagt, Ingo Frank an der Gitarre, untermalt vom Gesang von Willi Bahrenberg – bis die beiden auch noch gesanglich mit in den Refrain einsteigen. Till Braukmann am Bass und Alexander Schmitt an der Gitarre komplettieren das Quintett, dass den prall gefüllten Festsaal begeistert und ein wenig raus aus der Weihnachtsstimmung zieht. Trotz gedämmten Lichts, trotz funkelnder Weihnachtsbaumkugeln direkt neben der Bühne.

„Ihr hört unsere Musik ja sowieso meist nur einmal im Jahr, daher können wir auch ruhig mal die gleichen Lieder spielen. Weihnachtslieder singt ihr ja auch nur im Dezember“, wirft Volkert Bahrenberg ein wenig salopp dem Publikum zu. Dann konzentriert er sich wieder auf sein Banjo – mit „Beaumont Rag“ steht eines der schwierigsten Stücke des Nachmittags auf dem Programm – die Musiker meistern es mit Bravour.

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