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Was der Gesundheitsminister zur Zukunft des Maria Hilf sagt

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zu Besuch in Warstein, hier im Schockraum im Krankenhaus Maria Hilf.

Foto: Thorsten Streber

NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) zu Besuch in Warstein, hier im Schockraum im Krankenhaus Maria Hilf.

Warstein.   NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) besuchte das Krankenhaus „Maria Hilf“ in Warstein – und äußerte sich dort zu dessen Zukunft.

Auf den entscheidenden Satz mussten die Warsteiner Lokalpolitiker lange warten, aber dann fiel er doch noch: „Nach den jetzigen Erkenntnissen des Ministeriums steht dieser Krankenhaus-Standort nicht infrage.“ Das sagte Landesgesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) bei seinem Besuch in Warstein am Freitag Nachmittag, bei dem eine Frage im Mittelpunkt stand: Wie kann die medizinische Versorgung in der Region für die Zukunft gesichert werden?

Nachdem sich Karl-Josef Laumann im Rathaus in das Goldene Buch der Stadt Warstein eingetragen hatte, führte ihn sein Weg daher ins „Maria Hilf“. „Die Krankenhaus-Landschaft in Nordrhein-Westfalen wird sich verändern“, erklärt er dort – alleine weil die Spezialisierungen immer enger gefasst würden.

„Wenn wir wollen, dass ein Krankenhaus erhalten werden soll, müssen wir mit dem Krankenhaus über das Wie reden“, erklärt er – und fügte hinzu: „Ob ein Haus mit 163 Betten da solitär bleiben kann, müssen Sie für sich überlegen.“ Anders als etwa die Kliniken im Hochsauerland steht das „Maria Hilf“ alleine und hat sich keinem Verbund angeschlossen.

„Maria Hilf“ setzt auf Kooperationen statt auf Verbund

„Trotz der an sich zu kleinen Einheit ist das Haus eine Erfolgsgeschichte“, hielt Jochen Jungbluth, Beiratsvorsitzender der Deutschen Klinik-Union (DKU), fest. Die DKU hält seit der Fast-Insolvenz im Jahr 2010 die meisten Anteile am Krankenhaus. Doch er erklärte auch: „Das bedarf einer permanenten Anstrengung.“

Der ärztliche Leiter Dr. Rolf Cramer hob die Vorzüge der zahlreichen Kooperationen hervor, mit denen das Krankenhaus trotz der verhältnismäßig niedrigen Bettenzahl und auch ohne Verbund eine qualitativ hochwertige Versorgung für Warstein, Rüthen und Anröchte sicherstelle.

Altersmedizin als Potenzial in Warstein erkannt

Diese sei insbesondere in Hinblick auf die Zukunft wichtig, wenn die geburtenstarken Jahrgänge älter und damit krankheitsanfälliger werden. „Die Frage ist: Welche Strukturen wünschen sich ältere Menschen im Krankheitsfall?“, sagte der Gesundheitsminister, der auf Einladung des CDU-Stadtverbands nach Warstein gekommen war. „Da gibt es auch für kleinere Strukturen Möglichkeiten.“

Das Warsteiner Krankenhaus habe dieses Potenzial bereits erkannt, legte Geschäftsführer Gunnar Stammen dar. „Die Einwohnerzahl in unserem Versorgungsbereich nimmt zwar ab, aber die Zahl der alten Menschen steigt.“ Am „Maria Hilf“ werde mehr und mehr interdisziplinär gearbeitet. Außerdem strebe die Klinik im kommenden Jahr an, als alterstraumatologisches Zentrum zertifiziert zu werden.

Landarztquote soll gegen Ärztemangel helfen

Ein Beispiel für eine gelungene Zusammenarbeit über Fachdisziplinen hinweg konnte der Minister anschließend persönlich in Augenschein nehmen. Im Schockraum werden Patienten, bei denen Verdacht auf schwere Verletzungen besteht, aufgenommen und nach einem festen Plan versorgt. Auch den erst kürzlich ausgebauten Hubschrauberlandeplatz besichtigte Karl-Josef Laumann.

Nur am Rande ein Thema war der Ärztemangel auf dem Land, den der CDU-Politiker mit einer Landarztquote bekämpfen will. „Es muss mir gelingen, die Typen herauszufiltern, die in ländlichen Regionen tätig werden wollen“, setzt der Gesundheitsminister beim Medizin-Studium an. Doch sei er sich bewusst, dass diese Maßnahme ihre Wirkung erst in einigen Jahren erzielten. „Welche Zwischenschritte können wir gehen, bis die Maßnahmen greifen?“, fragte er – ließ die Antwort aber offen.

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