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Was passiert, wenn eine nukleare Bombe Warstein trifft

Sascha Hach und Anne Balzer von ICAN tragen im Haus Kupferhammer in Warstein vor, wie ihr Einsatz für die nukleare Abrüstung aussieht

Foto: Jana Naima Schopper

Sascha Hach und Anne Balzer von ICAN tragen im Haus Kupferhammer in Warstein vor, wie ihr Einsatz für die nukleare Abrüstung aussieht Foto: Jana Naima Schopper

Warstein.   Friedensnobelpreisträger von ICAN erklären die Auswirkungen einer Atombombe, abgeworfen über Warstein. Fast 10 000 Menschen würden sterben.

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Kurz vor der Polizeiwache an der B55 in Warstein geht die B 61 Mod 7 runter. Eine nukleare Bombe. Der Feuerball, der nach der Explosion über Warstein fegt, umfasst 1,24 Quadratkilometer und erreicht das Amtsgericht, fast noch die Europaschule in Warstein. Der Luftdruckradius liegt knapp vor dem Gymnasium und umfasst 75,6 Quadratkilometer. In diesem Feld brechen alle Häuser zusammen. Ganz Warstein und Belecke, das Bilsteintal, Suttrop bis hin zu den Ausläufern Kallenhardts, die Brauerei – nur ein Haufen Schutt.

In diesem Szenario würden 9060 Menschen sterben

Jeder der sich in diesem Radius aufhält wird verletzt, viele Menschen sterben. Die Hitzestrahlen gehen noch weiter, 180 Quadratkilometer vom Einschlagsort aus. Jeder Mensch den sie erfassen trägt Verbrennungen dritten Grades davon, die Schmerznerven zerstören, schwere Narben, Behinderungen oder sogar Amputationen verursachen. Hirschberg wäre davon betroffen. Mülheim und Sichtigvor. Drewer, Altenrüthen, der Bikepark, ungefähr die Hälfte Rüthens ebenso. Noch in Gevelinghausen, Altenbüren, Enste, Anröchte und Kellinghausen würden die Fensterscheiben bersten. Wenn der Wind ungünstig steht, dann ist ein noch größeres Gebiet von den Auswirkungen einer einzelnen Bombe betroffen. In diesem Szenario würden 9060 Menschen sterben. 21 520 Menschen würden schwere Verletzungen davon tragen.

So beschreiben es Sascha Hach und Anne Balzer im Haus Kupferhammer. Keiner der Zuhörer gibt ein Geräusch von sich. Sie alle starren auf die grafische Darstellung der tödlichen Bombe über Warstein die das gesamte Stadtgebiet auslöschen würde. „Wir haben extra eine Simulation mit einer Bombe gewählt, die es tatsächlich im US-amerikanischen Arsenal gibt“, erklärt Sascha Hach.

Die beiden Referenten sind Friedensnobelpreisträger. Von ICAN – Internationale Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen. Eine Organisation, die im letzten Jahr den hochdotierten Preis für ihren Einsatz gegen nukleare Waffen weltweit erhalten hat.

Mehr Aufmerksamkeit für ICAN als früher

Sie wurden in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung in das Haus Kupferhammer geholt, um die Menschen zu sensibilisieren, wie sie sagen. „Wir wollen unbedingt die Aufmerksamkeit auf lokaler Ebene wecken, denn Städte sind am meisten betroffen. Die Zivilbevölkerung ist am meisten betroffen“, sagt Sascha Hach. Besonders in Schulen sei es wichtig, das Thema für Jugendliche zugänglich zu machen. Dazu besuchen die beiden Preisträger auch die Liobaschule in Warstein.

Für ICAN ist der Friedensnobelpreis ein Segen, wie Sascha Hach erklärt, während er im Haus Kupferhammer die Arbeit der Organisation vorstellt. „Wir haben früher Kampagnen, Demos und andere Aktionen organisiert, aber nie haben wir die mediale Aufmerksamkeit bekommen, die wir brauchen, um Dinge zu bewegen.“ Jetzt ist sie da, die Aufmerksamkeit, und ICAN muss sich nun bewähren.

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