LWL-Symposion

Weiterbildung in Warstein zum Thema Angst

Die Referenten des 28. Warsteiner Psychotherapie-Symposions im LWL-Festsaal Warstein.

Foto: Manfred Böckmann

Die Referenten des 28. Warsteiner Psychotherapie-Symposions im LWL-Festsaal Warstein. Foto: Manfred Böckmann

Warstein.   Das Warsteiner Psychotherapie-Symposion hat Tradition. Am Dienstag kamen Experten zur Fortbildung rund um das Thema Angststörung zusammen.

Ängste zählen neben Depressionen zu den häufigsten psychischen Störungen. Einige holen sich Hilfe, andere scheuen diesen Schritt, der sie aus dem Teufelskreis holen könnte – aus Angst. „Im freien Fall... zwischen Angst und Vertrauen“ lautete der Titel des 28. Warsteiner Psychotherapie-Symposions am Dienstag im Festsaal der LWL-Klinik.

Die Veranstaltung findet alljährlich Mitte März statt und wird vom Team des Fort- und Weiterbildungszentrums der LWL-Kliniken, unter Federführung von Monika Stich, organisiert. Auch bei dieser Auflage kamen rund 200 Teilnehmer, aus der Region, aber auch ganz NRW und darüber hinaus. Neben den Fachvorträgen und der Arbeit in Kleingruppen stand der Erfahrungsaustausch im Mittelpunkt – einige Teilnehmer kommen seit Jahren nach Warstein.

Grundkonstanten der Psyche

„Angst und Vertrauen sind Grundkonstanten der menschlichen Psyche“, erklärte Professor Dr. Meinolf Noeker, LWL-Krankenhausdezernent, zur Begrüßung der Teilnehmer. Dabei betonte er, dass frühe Erfahrungen das spätere Leben prägen, „das tragen wir in unsere späteren Beziehungen.“

Mit Vorsicht durchs Leben gehen

Dabei lebten angstsensitive Menschen länger, „weil sie mit Vorsicht durchs Leben gehen.“ Angst sei „mehr als Reflexbildung und schnelles Reagieren.“

Dr. Volkmar Sippel, neuer Ärztlicher Direktor der LWl-Kliniken Lippstadt und Warstein, betonte: „Ich ernte die Früchte von Dr. Leßmann“, seinem Vorgänger. Er blickte in seinem einführenden Vortrag auf den Beginn des Lebens: Ein Baby werde nicht in eine leere Welt geboren, sondern in ein „schon vollgestelltes Haus.“

Dass eben doch die Zeit nicht alle Wunden heilt, belegte Dr. Kurt Grünberg, der seit Jahren am Sigmund-Freud-Institut in Frankfurt arbeitet. Er berichtete über „Szenisches Erinnern der Shoa“ – des nationalsozialistischen Völkermords an den Juden in Europa. Er zeigte unter anderem ein kurzes Video über die Erfahrung extremer Traumatisierung als Empörung über das Grass-Gedicht „Was gesagt werden muss.“

Auch weitere namhafte Referenten beschäftigten sich mit dem Thema: Michael Waadt („Angst – Kontrolle – Vertrauen: ACT“), Dr. Benedikt Klauke („Neuerungen in der Psychotherapie von Angsterkrankungen“), Prof. Dr. Johannes Michalak („Achtsamkeit: Mindfulness-based Cognitive Therapy“), Dr. Judith Peth („Metakognitives Training bei Depression“), Silka Hagena („Strategien und Tools zur Behandlung von Menschen mit Angststörungen“) und Dr. Ewald Rahn („Am Anfang war Beziehung – Die Bedeutung der Mentalisierungsfähigkeit für die Beziehung“).

Acht Workshops

In acht Workshops konnten einzelnen Themen am Nachmittag vertieft werden, zwischendurch bot Volkert Bahrenberg am Klavier ein musikalisches Intermezzo und Frühstückspause, Kaffeepause und Mittagessen ließen den medizinischen und psychologischen Psychotherapeuten genug Zeit, sich mit den Kollegen auszutauschen.

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