Finanzen

Wie der Hirschberger Schützenkönig künftig sparen kann

Strahlender Hingucker im Festumzug am Pfingstmontag: Hendrik Möhring und Sarah Heppelmann begeistern als Hirschbergs Königspaar.

Foto: Nina Roderfeld

Strahlender Hingucker im Festumzug am Pfingstmontag: Hendrik Möhring und Sarah Heppelmann begeistern als Hirschbergs Königspaar. Foto: Nina Roderfeld

Hirschberg.   Königsjahr vs. Sommerurlaub: Für manche Vereine wird es schwerer, Könige zu finden – wegen der hohen Kosten. Daran will Hirschberg arbeiten.

Das Amt des Schützenkönigs soll attraktiver und vor allem günstiger werden. Dafür schreibt die Schützenbruderschaft Hirschberg sogar ihre Festfolge um.

Die Idee

„Das Ganze ist entstanden in einem Workshop“, sagt Oberst Ernst Adams, Erster Vorsitzender der Hirschberger Schützen, gegenüber der WESTFALENPOST. Schützenbruderschaft 2020 hieß die Aktion, bei der die Tradition auf den Prüfstand kam. „Wir wissen, dass Königen zahlreiche Kosten auferlegt werden, besonders weil wir zwei pompöse Umzüge und zwei pompöse Festbälle haben. Durch unsere neue Festfolge wollen wir die Kosten für das Königspaar dezimieren.“

Die Festfolge

Der erste Tag soll wie gewohnt ganz im Zeichen der Jubelmajestäten stehen. Am zweiten Tag soll dann das Vogelschießen mit anschließender Proklamation und abendlichem Ausklang mit der Big-Band des Musikvereins Thülen stattfinden. Erst am dritten Tag soll sich dann das neue Königspaar im großen Festzug mit Vorbeimarsch in der Kurfürstenstraße präsentieren. Den Abschluss soll das Schützenfest beim Großen Zapfenstreich und abendlichen Festball finden. Bei dieser neuen Festfolge, bei der das aktuelle Königspaar nur noch für ein Jahr im Mittelpunkt steht, erwartet der Vorstand der Schützenbruderschaft neben einer Attraktivitätssteigerung gleichsam eine Reduzierung der Kosten für das Königspaar. Der Gesamtvorschlag zur Festfolge 2018 kann unter www.sb-h.de angesehen werden. „Dadurch, dass ein Umzug und ein Ball wegfallen, halbieren sich die Kosten annähernd“, unterstreicht Ernst Adams.

Die Finanzen

Ein Königsjahr sei in den letzten Jahren exorbitant teurer geworden, sagt Ernst Adams. Jörg Rhoden von der Schützenbruderschaft St. Peter und Paul in Mülheim ergänzt: „Ich will nicht mit Zahlen um mich werfen, aber das Geld, das für einen Sommerurlaub für eine ganze Familie drauf geht, muss man schon verwenden.“ Im Vergleich zu anderen Vereinen im Stadtgebiet sei dies sogar noch günstig in Mülheim. Auch hier wurde über eine Änderung der Festfolge diskutiert, allerdings entschieden sich die Schützen schlussendlich dagegen.

Die Problematik

Nachfolger für die Königswürde seien schwer zu finden, zu abschreckend sei die Finanzierung. „Dazu gehören nicht nur die beiden Kleider und die Bälle, auch Zusatzaktionen wie Besuche oder Ähnliches müssen bezahlt werden“, sagt Jörg Rhoden.

Die Abstimmung

Am Freitag, 10. November, findet um 20 Uhr im kleinen Saal der Schützenhalle Hirschberg eine außerordentliche Generalversammlung statt. Im Mittelpunkt steht dabei die Abstimmung über die auf der Jahreshauptversammlung vorgestellte, geänderte Festfolge, die ab dem nächsten Jahr gelten soll. „Ich denke, die Schützen nehmen diese Änderung positiv auf. Es ist außerdem auch nicht so, dass uns jetzt schon Nachfolger fehlen. Wir reagieren einfach rechtzeitig, damit wir keine Probleme bekommen“, erklärt Ernst Adams.

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