Pastoraler Raum

Wie eine Fusion eine Chance für Individualität sein kann

Zusammenschließung der Pastoralverbünde in der Heilig-Kreuz-Kirche in Belecke las prägender Moment 2018.

Zusammenschließung der Pastoralverbünde in der Heilig-Kreuz-Kirche in Belecke las prägender Moment 2018.

Foto: Elisa Sobkowiak

Warstein.   Warsteins Jahr 2018 von Fusionen geprägt. Was der Pastorale Raum Warstein von den Erfahrungen der Kolpingsfamilie Warstein-Hirschberg lernen kann.

Das Jahr 2018 war in Warstein auch das Jahr der Fusionen – der Pastorale Raum Warstein hat sich aus den katholischen Gemeinden Warsteins neu gebildet und auch die SPD hat sich zu einem Ortsverein Warstein-Suttrop-Belecke zusammengeschlossen. Bei den Kolpingsfamilien in Allagen und Belecke steht die Fusion mittlerweile ebenfalls im Raum.

Eine Organisation, die all das schon hinter sich hat, ist die Kolpingsfamilie Warstein-Hirschberg, die im vergangenen Jahr fusionierte. Was die Chancen und Risiken einer Fusion für eine Organisation wie die Kolpingsfamilie oder auch den Pastoralen Raum sind, erklärte Josef Pieper, erster Vorsitzender der Kolpingsfamilie Warstein-Hirschberg im Gespräch mit der WP.

„Es war eine Win-Win-Situation für beide Kolpingsfamilien“, blickt Pieper zurück. Von Vorteil sei dabei unter anderem auch gewesen, dass die beiden Kolpingsfamilien auch vorher schon zusammen gearbeitet hatten. „Wir waren uns keine Unbekannten“, betont Pieper.

Fusion gegen Mitgliederschwund

Weil die Kolpingsfamilie Hirschberg zuletzt Probleme hatte, die Vorstandsposten zu besetzen, wurde der Schritt mit der Gründung am 5. Juli und dem Start der gemeinsamen Arbeit am 5. Oktober 2017 gegangen. In Allagen droht sogar die Auflösung der dort ansässigen Kolpingsfamilie, wenn sie sich nicht mit der in Belecke zusammenschließt. „Wir haben erkannt, dass wir handeln müssen“, sagte der ehemalige langjährige Vorsitzende Dieter Melcher bei der Mitgliederversammlung am Kolpinggedenktag.

Ähnliche Probleme plagten auch die katholischen Gemeinden in Warstein: Zu wenig Personal, zu wenige Priester und Pastöre, um die Gemeinden zu betreuen.

In diesem Jahr schlossen sich diese Gemeinden zum Pastoralen Raum Warstein unter der Leitung von Pastor Markus Gudermann zusammen, nachdem dies bereits von längerer Hand geplant gewesen war.

Für die Gläubigen verändere sich nicht viel, versicherte Gudermann noch Ende Oktober dieses Jahres. Für die aktiv Dienenden hingegen gebe es jedoch neue Strukturen.

Für die Kolpingsfamilie war die Neuerung die richtige Entscheidung, meint Pieper: „Wir haben jetzt insgesamt vier Personen im Gesamtvorstand. Das ganze hat die Vorstandsarbeit deutlich belebt.“ Von Anfang an sei die Fusion von einer positiven Grundeinstellung der Mitglieder verlaufen, weshalb der Zusammenschluss auch so gut funktioniert habe. Die Fusion sei zu Beginn zwar mit einem gewissen organisatorischen Aufwand verbunden gewesen – „das war aber eine einmalige Sache.“

Vertrauensbasis ist wichtig

Pieper sieht in einem Zusammenschluss vor allem eine große Chance: „Die individuellen Abläufe der Vereine können erhalten bleiben.“ Was können nun Vereine, Organisationen oder auch Parteien, die gerade frisch fusioniert haben, oder bei denen die Fusion noch ins Haus steht, von der Erfahrung der Kolpingsfamilie Warstein-Hirschberg lernen?

„Wichtig ist, dass es eine Vertrauensbasis gibt und die Mitglieder dem Vorstand die Zeit geben,, um sich kennen zu lernen. Außerdem dürfen die einzelnen Eigenheiten nicht verloren gehen. Ich kann eine Fusion nur jedem empfehlen.“

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