Haus Kupferhammer

Wie sich Warstein nach dem großen Brand 1617 entwickelt hat

Michael Schmitt-Nüse beim Vortrag „400 Jahre Unterstadt - Warsteins Neustadt nach 1617“

Foto: Patrick Schlos

Michael Schmitt-Nüse beim Vortrag „400 Jahre Unterstadt - Warsteins Neustadt nach 1617“ Foto: Patrick Schlos

Warstein.   Michael Schmitt-Nüse hat im Haus Kupferhammer darüber berichtet, wie sich Warstein nach dem großen Brand 1617 entwickelt hat.

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Unter dem Titel „400 Jahre Unterstadt - Warsteins Neustadt nach 1617“ konnten die Besucher am Mittwochabend im Haus Kupferhammer eine spannende Zeitreise durch die Geschichte der Stadt erleben.

Mit Unterstützung von Ortsvorsteher Dietmar Lange präsentierte dort der Mescheder Pfarrer und gebürtige Warsteiner Michael Schmitt-Nüse auf Einladung der Freunde und Förderer des Museums im Haus Kupferhammer seine minutiösen Recherchen zur Geschichte Warsteins und insbesondere zur Historie der Unterstadt - passend zum anstehenden 400. Jahrestag des großen Brandes.

Abend restlos ausverkauft

Ein Thema, das die Warsteiner Bevölkerung immer noch stark bewegt, wie die große Resonanz auf die Einladung zeigte: Schon einige Zeit vor Beginn der Veranstaltung vermeldeten die Organisatoren ein ausverkauftes Haus und mussten bereits Besucher an der Tür abweisen. Zunächst führte der Stadthistoriker den Gästen dann eindrucksvoll vor, wie sich Warstein über die Jahrhunderte entwickelt hat.

Auf Karten und Zeichnungen zeigte Schmitt-Nüse, dass es in der langen Geschichte der Stadt immer wieder Ansiedlungen und Frühindustrie am Fuße des Bruch (Auf’m Bruch) gegeben hatte - schon lange vor dem häufig angenommenen Zeitraum nach dem großen Brand.

Geschichte steckt voller Dramatik

Trotz des sachlich gehaltenen und immer wieder mit historischen Bildern der Stadt unterlegten Vortrages hob Schmitt-Nüse aber zwischenzeitlich auch die Dramatik hervor, die ihm während seiner Recherchen in verschiedenen Archiven begegnet war: „Man kommt nicht daran vorbei, zu erkennen, wie viele schlimme Erfahrung eigentlich alle Vorfahrengenerationen bis zum Ende des letzten Krieges machen musste.

Das geht einem schon sehr nahe.“ So hätte es in jeder Generation mindestens ein Mal ein einschneidendes Erlebnis gegeben: „Seuchen, Hungersnöte und vor allem das Feuer waren regelmäßige Begleiter der Bewohner Warsteins.“

Wie einschneidend vor allem die vielen größeren und kleineren Feuerkatastrophen auch für die städtebauliche Entwicklung von Warstein waren, stellte Co-Referent Dietmar Lange dem Publikum vor. Er las aus Originaltexten und historischen Dokumenten vor und zeigte so die Perspektive der Zeitzeugen auf.

Sicht der Zeitzeugen

Aus dem Brief eines Beamten berichtete Lange etwa, wie die Menschen in den Flammen den Tod fanden oder schwer verletzt wurden - wie sie „verkrüppelt“ überlebten und fortan „das tägliche Brot für ihre kleinen Kinder und Frauen“ nicht mehr selbst erarbeiten konnten.

Aber auch, wie zahlreiche Häuser und auch wichtige Gebäude, etwa das mit „viel Fleiße“ erbaute Rathaus, einfach niederbrannten und damit die Entwicklung der Stadt nachhaltig beeinflussten.

Michael Schmitt-Nüse ergänzte daraufhin, dass es ein verbreiteter Irrglaube sei, dass die große Feuerkatastrophe von 1802 die einzige in der langen Geschichte der Stadt gewesen sei, ebenso wie die Annahme, die Unterstadt sei erst durch das Inferno entstanden.

Trotzdem habe die Silvesterkatastrophe in der damals extrem dicht besiedelten Altstadt maßgeblich dazu beigetragen, auch den Ausbau der sogenannten Unterstadt - dem Bereich, der heute östlich der Hauptstraße lieg - maßgeblich voranzubringen.

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