Moderner unterricht

Wieso das Gymnasium Warstein nicht nur auf Whiteboards setzt

Referendar Andreas Kölzer stellen die moderne Technik am Gymnasium vor; darunter den Koffer mit 16 Tablet-Computern..

Referendar Andreas Kölzer stellen die moderne Technik am Gymnasium vor; darunter den Koffer mit 16 Tablet-Computern..

Foto: Anna Gemünd

Warstein.   Das multimediale „Whiteboard“ gilt als die moderne Form der alten Kreidetafel. Am Gymnasium Warstein setzt man dagegen auf andere Technik.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Videos, die den Bewegungsablauf bei einer Sportübung dokumentieren, Buchzusammenfassungen als kurzer Filmtrailer oder eine Art „digitales Daumenkino“, das die Vorgänge bei der Zellteilung erklärt – der Unterricht am Gymnasium verändert sich. Dabei hat sich die Schule ganz bewusst gegen die flächendeckende Anschaffung von so genannten „Whiteboards“ entschieden.

„Es gibt aktuell einen Raum mit einem solchen multimedialen Whiteboard“, berichtete Schulleiter Bernd Belecke am Mittwochabend den Mitgliedern des Schulausschusses, „wir denken auch an ein zweites, aber entschieden haben wir uns zunächst für ein anderes Konzept.“ Wie das aussieht, das erklärten Lehrer Alexander Goetz und Referendar Andreas Kölzer am Mittwoch sozusagen „live“: In einem Klassenraum der Fünfer zeigten sie, was mit der modernen Technik alles möglich ist – und wieso das Gymnasium trotzdem auch künftig nicht auf die Kreidetafeln verzichten will. „Wenn ich auf die Tafel etwas schreibe, dann dauert das ein paar Sekunden. Bis das Whiteboard hochgefahren und einsatzbereit ist, sind dagegen mehrere Minuten vergangen“, schilderte Alexander Goetz, warum nicht alles Moderne zwangsläufig immer besser sein muss.

Dokumentenkamera im Einsatz

Doch der Fokus liegt am Gymnasium dennoch auf dem bewussten Einsatz moderner Technik. Kernstück bildet eine so genannte „Dokumentenkamera“, die als Weiterentwicklung des altbekannten Tageslichtprojektors nicht nur Dokumente und Fotos, die unter ihrer Kamera platziert werden, direkt auf der Leinwand abbildet, sondern sie auch speichern kann. „Wir möchten die analoge Praktikabilität und die digitalen Möglichkeiten miteinander kombinieren“, brachte Alexander Goetz das Motto des Gymnasiums auf den Punkt.

Videos selber drehen

Und diese Möglichkeiten sind vielfältig, wie sein Kollege und Referendar Andreas Kölzer anschaulich demonstrierte. Durch den Einsatz von 16 Tablet-Computern, die das Gymnasium angeschafft hat, soll der Unterricht multimedialer werden und vor allem neue Formen der Wissensvermittlung und des Transfers genutzt werden. Das kann dann beispielsweise so aussehen, dass die Schüler die Aufgabe bekommen, die Zellteilung anhand eines kurzen Videos zu erklären. „Es gibt auf den Geräten eine entsprechende App, mit dem die Schüler kleine Videosequenzen erstellen können, die dann wie eine Art digitales Daumenkino die Zellteilung darstellen“, versuchte Andreas Kölzer ein Beispiel zu geben.

Neben den bereits vorhandenen Tablets sei es auch durchaus denkbar, weitere Geräte dafür zu nutzen. Schulleiter Bernd Belecke: „Die Frage, die wir uns vielleicht auch stellen müssen, ist: In wie weit nutzen wir das, was die Schüler ohnehin schon mitbringen?“

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben