Hospiz

Stationäres Hospiz in Soest - Zuhause auf dem letzten Weg

Sigrid Kübler-Molitor (Geschäftsführung Perthes-Werk) versenkt die Zeitkapsel im Grundstein. Mit dabei (von links) Udo Schröder-Hörster (Regionalvorstand Münsterland/Soest der Johanniter), Kirsten Hols (Landesvorständin NRW der Johanniter), Pfarrer Rüdiger Schuch (Vorstandsvorsitzender Perthes-Werk), Christoph Rosenbaum (Ingenierbüro Winter) und Nils Oetterer (von links/Architekturbüro Oetterer)

Sigrid Kübler-Molitor (Geschäftsführung Perthes-Werk) versenkt die Zeitkapsel im Grundstein. Mit dabei (von links) Udo Schröder-Hörster (Regionalvorstand Münsterland/Soest der Johanniter), Kirsten Hols (Landesvorständin NRW der Johanniter), Pfarrer Rüdiger Schuch (Vorstandsvorsitzender Perthes-Werk), Christoph Rosenbaum (Ingenierbüro Winter) und Nils Oetterer (von links/Architekturbüro Oetterer)

Soest.   Grundstein für dqas Soester Hospiz gelegt. Respekt vor der Würde und Einzigartigkeit jedes Menschen. Eröffnung für Mai kommenden Jahres geplant.

„Der Mensch soll den letzten Weg seines Lebens nicht allein gehen“: Diese Botschaft zieht sich durch die neue Aufgabenstellung des stationären Hospizes für den Kreis Soest, einem Ort, an dem die Wünsche, die Würde und die Bedürfnisse von Sterbenden konsequent im Mittelpunkt stehen werden. Das künftige christliche Hospiz sei aber auch ein Ort, an dem bei Familie und Freunden gute Erinnerungen an den Abschied von einem geliebten Menschen entstehen sollen, hieß die Botschaft zur Grundsteinlegung.

Mit kirchlichem Segen

Die erfolgte mit Posaunen und kirchlichem Segen, vielen Gästen aus Politik, öffentlichem Leben, der Wirtschaft, der Kirchen, der Ärzteschaft und der künftigen Träger: Die Evangelische Perthes-Stiftung und das Johanniter-Sozialwerk haben sich, getragen von vielen Unterstützern und Förderern, zur Gründung der „Christliches Hospiz Soest gGmbH“ und zum Bau und Betrieb des stationären Hospizes für den Kreis Soest entschlossen.

Der Grundstein ist gelegt, die Bodenplatte gegossen, der Betrieb des Hospizes auf dem Gelände des Perthes-Werks im Soester Norden soll im Mai kommenden Jahres anlaufen. Bis dahin sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Seit fast 20 Jahren gibt es Bemühungen, ein Hospiz im Kreis Soest zu errichten. Der Ausdauer und der Beharrlichkeit der ambulanten Hospizbewegung, der christlichen Trägerorganisationen und dem Rückhalt der Partner und Kommunen ist es zu verdanken, dass der Bau des Christlichen Hospiz Soest realisiert werden kann.

Zehn Einzelzimmer

„Deshalb ist der Tag ein wichtiger Schritt“, so Sigrid Kübler-Molitor. „Mit dem Dienst am Nächsten, dem Respekt vor der Würde und Einzigartigkeit jedes Menschen – einem christlichen Grundgedanken der auch unsere beiden Trägerorganisationen, die Evangelische Perthes-Stiftung und die Johanniter-Sozialwerk gGmbH verbindet, wollen wir mit diesem Haus ein noch fehlendes Glied in der Versorgungskette schwerstkranker Menschen schließen“.

Ehrenamtliche, Hauptamtliche, Spender und Vereinsmitglieder der Hospizbewegung hätten durch ihren festen Glauben an die gute Sache immer wieder Mut gemacht und die Kraft gegeben, weiterzumachen, dankten beide Geschäftsführenden allen, die sich für den Hospizgedanken stark machen oder sich direkt in der Arbeit engagieren. Zehn Einzelzimmer mit Bad und Terrasse, zwei Angehörigenzimmer, ein großer Wohnbereich, ein Wohlfühlbad, der Raum der Stille, aber auch Verwaltungsräume und ein Büro des Palliativnetz Soest/Hochsauerlandkreis, ein schöner Garten und ein Innenhof werden entstehen.

Viele Steine zur Seite geräumt

Angehörige können im Besucherzimmer oder auf einer Schlafgelegenheit im Zimmer des Hospizgastes übernachten. Auch nach dem Tod des geliebten Menschen steht das Hospiz offen: In Gesprächskreisen finden Hinterbliebene Unterstützung beim Abschiednehmen, Trauern und Erinnern.

Manches Mal seien in der langen Zeit des Planens die Wellen hochgeschlagen, viele Steine hätten zur Seite geräumt, dem Gegenwind getrotzt werden müssen, hieß es zur Grundsteinlegung. Betont wurde aber auch, dass das Projekt deutlich spürbar von einer Welle der Sympathie, von viel Rückenwind getragen worden sei und werde.

Engagment vieler Menschen

Das äußere sich auch durch die finanzielle Unterstützung vieler Institutionen, Förderer und Spender: Zwei Drittel der geplanten 2,9 Millionen Euro Bausumme sind bereits zusammengetragen. Weitere Unterstützung ist natürlich hoch willkommen und zur Sicherung der Finanzierung auch dringend erforderlich.

„Hier wird es menschlich zugehen“, versprach Superintendent Dieter Tometten, hier werde ein Stückchen lebenswertes Leben auch angesichts des Todes möglich. Das sei möglich geworden durch das große Engagement vieler Menschen, die mit Herzblut und Tatkraft ungeheuer wichtige Arbeit geleistet hätten, ergänzte Vize-Landrätin Irmgard Soldat, während Soest Vize-Bürgermeisterin Christiane Mackensen deutlich machte, dass mit dem Hospiz ein weißer Fleck beseitigt, eine Versorgungslücke auf dem Weg Menschen am Ende ihres Lebens nicht allein zu lassen, geschlossen worden sei.

Einsatz der Initiatoren

Der Inhalt einer Zeitkapsel wird künftigen Generationen vom unermüdlichen Einsatz der Initiatoren berichten, aber auch vom Zeitgeist: Dr. Meinolf Schultebraucks initiierte Schüler der INI-Gesamtschule und der Rosenau-Schule aus Bad Sassendorf sowie Studenten der TU Dortmund zur künstlerischen Erarbeitung des Themas Tod. Herausgekommen sind sehenswerte Darstellungen, aber auch die Erkenntnis, dass junge Menschen dem Thema Sterben mit großer Offenheit begegnen.

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