Auf eine Tasse Kaffee

Den Menschen Freude bringen

Eine Stadtprinzessin mit viel Herz und Verstand. Sie will vor allem Kindern und älteren Menschen im Karneval viel Freude bereiten.

Eine Stadtprinzessin mit viel Herz und Verstand. Sie will vor allem Kindern und älteren Menschen im Karneval viel Freude bereiten.

Foto: FUNKE Foto Services

Wattenscheid.   WAZ-Interview mit Silvia Wienert, Wattenscheids Stadtprinzessin. Kinder und alte Menschen liegen ihr besonders am Herzen. Ihren Prinzen beim Märchenspiel gefunden

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Vielleicht kennt sie in Wattenscheid jeder Dritte, in zwei Wochen spätestens weiß dann wirklich jeder, wer Silvia I. (Wienert) ist. Hinter Wattenscheids Stadtprinzessin steckt eine Frau mit viel Herz und Verstand. Auf eine Tasse Kaffee trafen sich WAZ-Redakteurin Ellen Wiederstein und Silvia Wienert in der Wattenscheider Redaktion.

Kurz zur Vita: Silvia Wienert (geb. Nau) wurde im September 1970 in Wattenscheid geboren – als letztes von vier Kindern. Sie besuchte die Gertrudisschule, die Pestalozzi-Realschule und die höhere Handelsschule, erlernte den Beruf der Bürokauffrau, heiratete 1994 ihren Franz-Josef, wurde Mutter der beiden Töchter Kathrin (19) und Carolin (17). Sie arbeitete als Studienassistentin in der Kinderklinik Bochum (2001 bis 2008), wechselte nach ihrer eigenen Brustkrebsdiagnose 2009 ins Brustzentrum Gelsenkirchen und ist seit Mai 2015 wieder in der Kinderklinik Bochum als Stationssekretärin tätig. Sie liebt das Reiten, das Singen, ihre Familie sowieso, den Karneval, die Märchenspiele der Kolpingspielschar Höntrop und besonders Kinder und alte Menschen.

Sie sind gefordert als Ehefrau, Mutter, am Arbeitsplatz, als nicht weg zu denkendes Mitglied in der Kolpingspielschar und, und, und. Und jetzt noch Wattenscheider Stadtprinzessin. Bekommen Sie all Ihre Aufgaben überein?

Silvia Wienert: Ja, weil mir all meine Aufgaben sehr viel Freude machen und ich meine Familie im Rücken habe. Ich fühle mich gerne gefordert. Und Stadtprinzessin werden zu dürfen, freut mich als geborene Karnevalistin ganz besonders.

Sie sind so vielseitig interessiert und engagiert. Bleibt bei alledem denn genug Zeit für Sie selbst?

Ja, weil meine Familie mich trägt. Wenn ich Freiräume oder eine Auszeit brauche, bin ich bei meiner Stute Jacky oder singe im Chor „Effata“. Beides ist Erholung pur.

Sie sprechen sehr offen über Ihre Brustkrebsdiagnose. Wie hat Sie die Krankheit beeinflusst, Ihr Leben geändert? Haben Sie den Krebs überwunden?

Zunächst war ich fix und fertig und hatte Todesangst, was sich wohl jeder vorstellen kann. Natürlich habe ich mich all den Chemotherapien und Operationen unterzogen. Aber gelernt habe ich daraus, dass man jeden, wirklich jeden Tag genießen und mit Freude angehen soll. Das konnte ich bei meiner Arbeit im Brustzentrum auch den Patientinnen gut vermitteln und mit auf den Weg geben. Ich habe in dieser Zeit auch viel Positives erfahren dürfen. Heute rege ich mich über viele Dinge nicht mehr auf, die mich früher vielleicht genervt oder geärgert haben. Ich lebe heute viel bewusster und intensiver. Und ich habe gelernt, auch mal „Nein“ zu sagen. Heute fühl’ ich mich gesund und genieße das Leben.

Es gibt eine wunderschöne Geschichte, wie sie Ihren Mann kennen und lieben gelernt haben. Die WAZ titelte damals, 1988, „und am Ende kriegen sie sich doch“. Wollen Sie sie erzählen?

Ich war 17 und durfte bei den Märchenspielen das „Aschenputtel“ sein. Mein Mann war der Prinz. Sechs Jahre später haben wir geheiratet.

Jetzt hat die Stadtprinzessin Termine ohne Ende vor sich. Kommt von der Arbeit nach Hause und muss sich ins Traumkleid schmeißen. Haben Sie da einen Trick?

(lacht) Ja, habe ich. Im Keller, wo sonst der Boxsack am Haken von der Decke baumelt, hängt jetzt mein Kleid. Ich schlüpfe von unten aus rein und lasse es von oben auf mich runterfallen.

Karneval wird stressig, oder?

Aber sehr schöner Stress. Vor allem freue ich mich auf die Kinder- und Altenveranstaltungen. Beide Generationen freuen sich so spürbar, das ist toll und gibt so viel zurück. Gemäß unserem Motto: „Der Frohsinn und die Herzlichkeit sind Tradition in Wattenscheid, drum feiert mit uns überall den Wattenscheider Karneval“ möchten mein Prinz Joachim und ich den Menschen Freude bringen und die Alltagssorgen für ein paar Minuten oder Stunden vergessen lassen.

Es gibt eine Zeit nach dem Karneval. Haben Sie Pläne, die dann freie Zeit für etwas Neues einzusetzen?

Ja, habe ich. Nach der Prinzessinnenzeit möchte ich sehr gerne ein Musikinstrument lernen, z. B. Alt-Saxophon.

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