Straßenkunst

Festival „WAT up“ bringt Farbe in Wattenscheids Straßenbild

Mr. Dixon (M.) gestaltet mit Jugendlichen die triste Garagenwand am Durchgang zur Fußgängerzone.

Mr. Dixon (M.) gestaltet mit Jugendlichen die triste Garagenwand am Durchgang zur Fußgängerzone.

Foto: Gero Helm / FFS

Wattenscheid-Mitte.  Jugendliche gestalten im Rahmen von „Urban Art“ im Graffiti-Workshop eine Garagenwand. Weitere Fassaden an den Hauptstraßen werden ebenfalls bunt.

Sie haben es schon drauf, auch wenn die meisten der sechs Kinder und Jugendlichen in diesem Workshop heute ihre ersten Erfahrungen mit „Urban Art“ machen, der Straßenkunst per Graffiti. Denn vor der ausgesuchten Garagenwand am schmalen, dunklen Durchgang vom Parkplatz Am Wall zur Fußgängerzone ist ihre erste Frage: „Dürfen wir die Hakenkreuze da übermalen?“

Hut ab, dafür Mundschutz auf und Handschuhe angelegt, die Richtung stimmt schon einmal, Workshop-Leiter Mr. Dixon hat einen pädagogischen Ansatz. Aber die faschistischen Symbole sind auf der anderen

Seite, die Wand im tristen grau-braun ist gegenüber, aber direkt am Anfang. Und der Anfang des „WAT up“-Festivals, das vom leerstehenden Ladenlokal an der Westenfelder Straße 10 aus Kreise zieht, ist vielversprechend und vor allem: bunt.

Streng legal und öffentlich

Mr. Dixon, in der Szene bekannt von Murals, Wandgemälden oder eben Graffiti („alles irgendwie eins“) lässt die Nachwuchskünstler erst einmal skizzieren, erklärt die Technik. Vor allem macht er klar: „Seid vorsichtig! Einfach wild irgendwo malen ist höchst strafbar.“ Das ist heute kein Problem, in Zusammenarbeit mit dem Stadtteilbüro gleich gegenüber und im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“ hat ein Privat-Eigentümer die Wand zur Verfügung gestellt. Der Verein Streetart-Graffiti Bochum e.V. will das Festival möglichst jährlich in Bochum etablieren.

Weitere Wände werden farbig

Die zahlreichen Passanten, die die schmale Gasse entlang kommen, sind an diesem Tag auch sämtlich auf Seiten der Straßenkünstler, selbst wenn ihnen das „WAT up“-Festival vielleicht (noch) nichts sagt. Die Gestaltung wird einheitlich als Bereicherung empfunden. Und sie können sich auf die Belebung des Wattenscheider Straßenbildes an weiteren Stellen freuen, denn die Kreativen der Urban Art sind auch an der Bochumer Straße 44, der Hochstraße 39-41 und der Nr. 35 sowie an der Bahnhofstraße 61 im Einsatz.

„In Wattenscheid gibt es anscheinend viel Interesse an der Street Art“, meint denn auch Mr. Dixon

zufrieden und optimistisch. Und seine Workshop-Teilnehmer sind ganz bei der Sache. Deshalb sagt der erfahrene Sprayer auch: „Für lockeres Arbeiten muss man viel üben“, und „wenn ihr einmal bei Buchstaben seid, kann ich euch kaum noch zu Monstern überreden.“ Aber sie halten sich alle an ihre Skizzen und fangen schon an, ihren eigenen Style, ihre Marke zu entwickeln.

Wie Joshua, der an seinem Schriftzug „Crew“ arbeitet und auch schon etwas in der Richtung gemacht hat und nun oben auf der Leiter die Tipps umsetzt: „Sauber, gleichmäßig, von hell zu dunkel, die Highlights zum Schluss. Und denk’ dran: Oben bleibt länger dran.“

Ganz zum Schluss zieht Mr. Dixon auch sein eigenes Werk nach, das fast unter den bunten Monstern verschwindet, die Großbuchstaben „W-A-T“. Auch eine eigene Marke hier an der Wand.

http://streetart-graffiti-bochum.de/#top

Fotostrecke unter www.waz.de/staedte

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