Bestattung

Stadt schließt Friedhöfe

Das Friedhofskonzept der Stadt sieht Schließungen vor.

Das Friedhofskonzept der Stadt sieht Schließungen vor.

Foto: WAZ FotoPool

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Wattenscheid. Die Stadt Bochum wird unter anderem auch die kommunalen Friedhöfe in Günnigfeld und Leithe schließen. Das passiert nicht sofort, sondern es erfolgt ein „Auslaufen“ mit Übergangszeiten.

Der Ausschuss für Umwelt und Ordnung hat jetzt das von der Stadt vorlegte Friedhofskonzept bei einer Gegenstimme (UWG) beschlossen. Damit endet die lange Diskussion um verschiedene Nutzungs-, Pflege- und Betreiberkonzepte, um die Friedhöfe weiterbetreiben zu können. So hatte das „Bündnis für Leithe“ vorgeschlagen, die Bewirtschaftung auf einen privaten Dienstleister zu übertragen, der auch verstärkt alternative und preisgünstigere Bestattungsformen anbietet. Laut Verwaltung wurde aber „das Angebot eines ortsansässigen Bestatters in intensiven Gesprächen zurückgezogen. Eine wirtschaftlich tragfähige Lösung war nicht möglich.“

Diskussion über Konzepte

Die Bezirksvertretung hatte sich für den Erhalt der beiden Anlagen ausgesprochen und war gegen das Verwaltungskonzept, das aus wirtschaftlichen Gründen ein „Auslaufen“ der beiden Friedhöfe auf mittlere Sicht vorschlägt (u.a. wegen zu geringer Bestattungszahlen, jährlich seien mindestens 50 nötig, sowie wegen zu viel nicht benötigter Flächen). Als Alternative nennt die Verwaltung für Leithe den Kommunalfriedhof in Höntrop und für Günnigfeld die Friedhöfe in Ückendorf und Hordel.

Karsten Herlitz, Vorsitzender der CDU Leithe, bedauert den Ausschuss-Beschluss. „Zuvor hatte die CDU in der Sitzung noch einen Vorstoß unternommen, um am Standort in Leithe wenigstens ein Kolumbarium zu betreiben.“ Den Vorschlag lehnten SPD, Grüne und Freie Bürger ab. So werden jetzt nur noch Bestattungen möglich sein, wenn bereits Rechte an Grabfeldern vorhanden sind, z.B. für Ehepaare. Allerdings wird auch der Wiedererwerb von Familiengrabstätten eingeschränkt. Am Ende stimmte die CDU-Fraktion dem Friedhofsentwicklungsplan zu. Ratsherr Dirk Schmidt: „Die CDU kämpft seit vielen Jahren für strukturelle Veränderungen im Bereich des Friedhofswesens, um zu preiswerteren Bestattungskosten zu kommen. Der Überhang an nicht mehr benötigten Flächen durch den demografischen Wandel und insbesondere eine veränderte Bestattungskultur erfordern eine Anpassung. Allerdings ist Wattenscheid mit zwei Schließungen hart getroffen.“

Auf dem Leither Friedhof erfolgten in 2012 noch 19 Sarg- und 18 Urnenbestattungen. Günnigfeld: 4 Sarg-, 9 Urnenbestattungen; hier gibt es zentral, preiswerter und direkt an der Stadtgrenze den Gelsenkirchener Südfriedhof (Ückendorf).


Nicht mehr benötigte Friedhofsflächen könnten laut Stadt z.B. Park-/Grünanlagen werden.

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