Ausbildung

Azubis übernehmen in Aldi-Filiale in Wesel die Kontrolle

Marc Hullmann, Jennifer Reetz und Mehemetcan Ügüdür (v. l.)

Marc Hullmann, Jennifer Reetz und Mehemetcan Ügüdür (v. l.)

Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   In der Filiale an der Schermbecker Landstraße sind Auszubildende aus dem dritten Lehrjahr im Einsatz und lernen, Verantwortung zu übernehmen.

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„Wer ist der Chef heute?“, fragt Bürgermeisterin Ulrike Westkamp. „Das bin ich“, sagt Marc Hullmann (22) ohne zu zögern. Ein Headset zur Verständigung mit den Kollegen hat er im Ohr („Das spart Zeit und Wege“, erklärt er), in der Hand hat er ein Gerät zur mobilen Datenerfassung, mit dem er die Bestellungen überprüfen kann. Die große Herausforderung sei die Organisation, das Zeitmanagement. In der Weseler Aldi-Süd-Filiale an der Schermbecker Landstraße übernimmt drei Wochen lang der Nachwuchs die Kontrolle.

Aufgaben der Auszubildenden sind etwa die Warenannahme, das Kassieren, die ordnungsgemäße Lagerung, aber auch das Einteilen der Mitarbeiter in Schichten, die Bestellung der Produkte oder die Überprüfung des Ladenbilds. Gelerntes anwenden und Verantwortung übernehmen: Das Projekt „Azubis leiten eine Filiale“ findet bei Aldi-Süd jährlich statt. Die eigentlichen Filialleiter sind in den nächsten Wochen nicht da. Im Hintergrund stehen den Auszubildenden aber erfahrene Filialführungsnachwuchskräfte beratend zur Seite, erklärt Jan Schuhmacher, Leiter Verkauf der Regionalgesellschaft Rheinberg.

Praktischere Arbeit als das Studium

Rund 15 Auszubildende sind dazu bis zum 24. Februar in der Filiale in Wesel im Einsatz – sie befinden sich im dritten Lehrjahr der Ausbildungsgänge zum Kaufmann im Einzelhandel sowie zum Handelsfachwirt. Wo der Unterschied liegt? Die Ausbildung zum Kaufmann im Einzelhandel dauere drei Jahre. Der Handelsfachwirt könne die Prüfung nach eineinhalb Jahren machen, es folgt das Programm zum Handelsfachwirt — Letzteres ziele auf eine Führungsposition im Handel ab, erläutert Schuhmacher. Vielen gehe es um eine praktischere Arbeit als das Studium.

So auch Marc Hullmann. Um neben dem BWL-Studium Geld zu verdienen, habe er als Ladenhilfe gearbeitet und sei vom Chef angesprochen worden, ob er sich nicht eine Ausbildung vorstellen könnte. „Das Studium lief nicht“, sagt er – ihn reizte die Praxis und so begann er 2016 seine Ausbildung bei Aldi. „Jetzt kommt die Verantwortung“, freut er sich. Eine Erfahrung nimmt er schon mit: sich Puffer einzubauen, falls etwas Unvorhergesehenes passiert, sagt er.

Auch Schüler erhalten einen Einblick

An diesem Tag erhalten auch Schüler der Städtischen Realschule Wesel-Mitte einen Einblick, sie werden herumgeführt, dürfen den Azubis Fragen stellen und an einer im Lager aufgebauten Kasse einmal selbst kassieren – für den „persönlichen Kontakt“, sagt Annika Zimmer. Die Regionalverkaufsleiterin gehört der Projektgruppe Ausbildung an. Pro Filiale gebe es zwei bis drei Azubis auf die drei Lehrjahre verteilt. Die Aufgaben seien mehr geworden in einem Discounter, Nachwuchs wird gebraucht, am liebsten „aus den eigenen Reihen“. Wichtige Kriterien? Motivation, Zuverlässigkeit, Interesse und Teamgeist.

Im Lagerraum ist Jennifer Reetz (19) damit beschäftigt, die Produkte für die Aktion am Donnerstag einzusortieren und vorzubereiten. Je nach Größe der Filiale gibt es einen Setzplan, erklärt sie. Die Produkte müssen thematisch sortiert werden. Ein Kollege hilft ihr dabei. Auch wenn es immer einen Chef gibt, Teamarbeit gehört stets dazu.

>>>Info: Rund 1040 Mitarbeiter sowie über 120 Azubis

  • Die Aldi-Süd-Filiale an der Schermbecker Landstraße soll bis Ende 2019 umgebaut werden. Die Filiale gehört neben 49 weiteren Filialen zur Regionalgesellschaft Rheinberg. Diese wurde 2004 gegründet und erstreckt sich über die Kreise Kleve, Wesel und Teile des Landkreises Borken. Rund 1040 Mitarbeiter sowie über 120 Azubis sind hier beschäftigt.


    Auch aktuell ist wieder Bewerbungsphase für Ausbildungsgänge bei Aldi. Interessierte können sich auf www.aldi-sued.de unter dem Stichwort „Karriere“ informieren.

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