Landwirtschaft

Bei Lukas Fierek in Hamminkeln haben die Hähnchen viel Platz

Jungbauer Lukas Fierek  in Hamminkeln-Brünen  zieht Hähnchen in seinem Stall groß und verkauft das Fleisch direkt vom Erzeuger.

Jungbauer Lukas Fierek in Hamminkeln-Brünen zieht Hähnchen in seinem Stall groß und verkauft das Fleisch direkt vom Erzeuger.

Foto: Erwin Pottgiesser / FFS

Hamminkeln.  Ein angehender Öko-Bauer aus Brünen hat sich mit Geflügel direkt vom Erzeuger ein Standbein aufgebaut. Die Tiere dürfen auch an die frische Luft.

Mit einer etwas ungewöhnlichen Geschäftsidee will der Brüner Jungbauer Lukas Fierek seine Kasse aufbessern: „Hähnchen direkt vom Erzeuger.“ Dabei ist der Name Programm, denn der 25-Jährige hält Hähnchen, die er auf Bestellung einmal in der Woche beim Dingdener Geflügelhof Grunden schlachten lässt. Die Kunden können dann am folgenden Tag ihr Hähnchen küchenfertig in Brünen in Empfang nehmen.

Der junge Mann, der gerade seine Lehre zum Junglandwirt abgeschlossen hat, will sich so über Wasser halten, denn er geht weiter auf die Fachschule in Kleve, um staatlich geprüfter Landwirt Fachrichtung Ökolandbau zu werden. Warum gerade Bauer? „Mein Opa war Landwirt“, erzählt der Brüner. Allerdings sei der auch schon 15 Jahre in Rente. Ob das die erbliche Vorbelastung ist, spekuliert Fierek. Oder aber ist es einfach der Spaß an dieser Arbeit.

Die Tiere haben das Fünffache der vorgeschriebenen Fläche

Denn nach der Schule fing Fierek erst einmal bei van Nahmen in Hamminkeln an, absolvierte eine Ausbildung als Fachkraft für Fruchtsaft. Aber da war dieser Drang zur Landwirtschaft. Also machte er ein Praktikum und anschließend noch einmal eine Ausbildung.

Diese Entscheidung, erzählt der 25-Jährige im Brustton der Überzeugung, habe er noch keinen Tag bereut, auch wenn es nicht einfach gewesen sei, noch eine zweite Ausbildung zu beginnen. „Mir macht das Spaß“, sagt Fierek. Und dann ist es auch praktisch, bei den Schwiegereltern einzuziehen, die einen Resthof besitzen und dort einige Stallungen stehen haben. In denen hält Fierek die Hähnchen und er betont, dass sie hier das Fünffache der gesetzlich vorgeschrieben Fläche zur Verfügung haben.

Jungbauer aus Hamminkeln verwendet eigene Futtermischung

Die Masthybriden, insgesamt 85 an der Zahl, füttert der Junglandwirt mit einer eigenen Futtermischung, deren Maisanteil besonders hoch ist. „Deshalb hat das Fleisch so einen leckeren Geschmack“, lobt er ein wenig auch sich selbst. Weshalb er, wie er erzählt, seine Hähnchen auch nur mit Salz und Pfeffer anbrät. Hört sich ganz schön nach Bioware an, ist es aber nicht. „Es ist ein Kompromiss“, sagt Fierek.

Er kann sich nicht damit anfreunden, dass schon ganz junge Hähnchen jederzeit Auslauf haben. Bei Regenwetter würden sie sehr schnell krank, weshalb die Tiere bei ihm erst einmal wachsen, bevor es an die frische Luft geht. Genau das verlangen Biolabel aber. Auch das Futter, das seine Tiere bekommen, hat keine Bioqualität. „Das würde mich das Zwei- bis Dreifache kosten“, lautet seine Begründung.

Hähnchen sind keine Bio-Ware

Denn eins hat Lukas Fierek in seinem Jungbauernleben schon festgestellt. Die Leute erzählen zwar immer, dass sie gerne bereit sind, mehr Geld für gute Lebensmittel auszugeben, aber sie tun es dann nicht. Hier klaffen Reden und Handeln doch teilweise sehr deutlich auseinandern.

Die Hähnchen wiegen küchenfertig etwa 3,2 Kilogramm und kosten 7 Euro das Kilo. Es werden nur ganze und halbe Hähnchen angeboten. Telefonische Bestellungen, , werden bis Montagabends entgegengenommen. Mittwochs können die küchenfertigen einvakuumierten Hähnchen in Brünen, Im Eichengrund 3, abgeholt werden.

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