Brauchtum

Bodo Immig regiert die Schützen in Wesel-Obrighoven

Wenn der Vater mit dem Sohne: Schützenkönig Bodo Immig mit Kinderschützenkönig Marco Immig.

Wenn der Vater mit dem Sohne: Schützenkönig Bodo Immig mit Kinderschützenkönig Marco Immig.

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Wesel.  Dass gleich sechs Schützen um die Königswürde kämpfen, ist in diesen Zeiten selten. In Obrighoven war’s so. Der 348. Schuss von Bodo Immig saß.

Zahlreiche Zuschauer warteten am Schießstand des Schützenvereins Obrighoven gespannt, dass der Holzvogel nach etlichen Treffern endlich fällt, doch sowohl die Mitglieder und Gäste des Schützenvereins als auch die sechs Königsanwärter mussten sich beim entscheidenden Schießen lange gedulden, ehe der Sieger feststand. Mit dem 348. Schuss holte Bodo Immig dann den Vogel herunter, nachdem er und seine Konkurrenten dem Ziel zuvor schon einige vielversprechende Wackler versetzt hatten.

Besonders laut wurde es immer, wenn Kevin Schuch von den Jungschützen ans Gewehr trat, da er von seiner Kompanie bei jedem Versuch lautstark angefeuert und mit Sprechchören bedacht wurde, doch das Glück war ihm so wie den anderen Kandidaten Kevin Koch, Horst Ruthert, Dieter Hochstrat und Axel Meiering nicht hold. „Sechs Anwärter sind schon recht üppig, normalerweise hat man drei bis vier“, sagte Stephan Küpper, Schriftführer und Pressesprecher des Vereins. Ein Königstitel wäre für die Jungschützen noch die Kirsche auf der sprichwörtlichen Torte gewesen, da die Kompanie ihr 50-jähriges Jubiläum feiert und dazu in den vergangenen Wochen schon allerhand Vorbereitungen getroffen hatte (siehe Box).

Der neue Schützenkönig Bodo Immig wollte ursprünglich gar nicht zum Königsschießen antreten, doch nachdem sein zwölfjähriger Sohn Marco vor Kurzem schon Kinderkönig (Königin Fiona Lay) geworden war, nahm der Postbank-Mitarbeiter das zum Anlass, sich selbst spontan auch anzumelden, um es dem Nachwuchs gleichzutun.

Als Königin ist Immigs Ehefrau Mechthild Braun-Immig an seiner Seite. Vor dem Königstitel holte sich Immig beim Preisschießen noch das Zepter. Die weiteren Preise sicherten sich Arndt Schildberger (Kopf), Rainer Holsteg (Reichsapfel), Stefan Wagner (rechter Flügel) und Reinhard Krebber (linker Flügel).

Nach dem gewonnenen Schießen wurde der König nach alter Tradition zusammen mit seinem Vorgänger Carsten Schmäh vom Spielmannszug begleitet auf einer Art Sänfte ins Schützenzelt getragen, wo später am Abend die Inthronisation stattfand. Bis Dienstag werden die Feierlichkeiten neben der Gaststätte/dem Vereinslokal „Schepers“ im großen Festzelt und drumherum noch weitergehen.

Die Thronpaare sind Stephanie und Markus Methling, Carola Sundarp und Thomas Albers, Monika und Rolf Döring, Jenny Weyrath und Carsten Rosenwald, Silke Gerten und Peter Heinen, Sina Krebber und Kevin Koch, Stephanie Lay und Helmut Krebber sowie Ute und Stephan Nicolai.

Jubiläum bei den Jungschützen

Bereits im Juni haben die Jungschützen des Schützenvereins Obrighoven zum 50-Jährigen eine Jubiläumsfeier ausgerichtet und sich auch beim Schützenfest nicht lumpen lassen. So dekorierten die Gruppenmitglieder den Kreisverkehr am Evangelischen Krankenhaus mit einer Wimpelkette in den Kompaniefarben Blau-Gelb und hingen das Jubiläumsbanner gut sichtbar auf.

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