Strafprozess

Doppelte Rechnungen: Weseler wegen Betrugs verurteilt

Das Landgericht Duisburg verurteilt einen Weseler wegen Betrugs.

Das Landgericht Duisburg verurteilt einen Weseler wegen Betrugs.

Foto: David Ebener / dpa

Wesel.  Berufung vor dem Landgericht: Ein 38-jährige Mann hatte als Geschäftsführer einer Firma für Sicherheitstechnik hat doppelt abgerechnet.

In zweiter Instanz kam ein 38-jähriger Weseler um einen längeren Aufenthalt hinter Gittern herum. Wegen Betruges verurteilte ihn das Landgericht Duisburg zu einer 18-monatigen Strafe, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Im Jahr 2013 hatte der faktische Geschäftsführer einer Firma für Sicherheitstechnik ein Factoring-Unternehmen um einen sechsstelligen Betrag betrogen.

Dem Betrug lag eine komplizierte Konstruktion zugrunde: Die Firma des Angeklagten arbeitete mit einem Leasing-Unternehmen zusammen, das in der Regel, insbesondere nach Prüfung der Bonität des Kunden, die Finanzierung des Geschäftes übernahm. Da dies dem expandierenden Unternehmen des Angeklagten aber nicht schnell genug ging, wurde noch eine Factoring-Firma eingeschaltet, an welche die Forderungen verkauft wurden. Das Risiko lag damit, gegen einen Abschlag von dreieinhalb Prozent, bei dem Factoring-Unternehmen, das in der Regel bereits innerhalb von 24 Stunden 96,5 Prozent der Summe der jeweiligen Kundenrechnung an die Firma des Angeklagten überwies.

Mindestens 25 Fälle wurden verhandelt

In mindestens 25 Fällen aber hatte der Angeklagte Forderungen an das Factoring-Unternehmen verkauft, obwohl er das Geld bereits selbst beim Kunden kassiert hatte oder es gar keine Leistungen seines Unternehmens gab, weil der Kunde den Auftrag storniert hatte. Auf gut Deutsch: Der 38-Jährige hatte geschummelt und doppelt abgerechnet.

Das Amtsgericht Wesel hatte ihn dafür im Juli 2017, unter Einbeziehung einer weiteren einschlägigen Verurteilung, zu drei Jahren Gefängnis verurteilt. In der Berufung kämpfte der 38-Jährige dagegen an. Sein Verteidiger verlas eine lange Erklärung, in der ausführlich dargelegt wurde, wieso es sich eben nicht um einen Betrug gehandelt habe, sondern nur um Folgen des komplizierten Geflechtes, mit dem der Angeklagte seine kostenintensiven Arbeiten vorfinanzieren wollte.

Tat lag bereits sechs Jahre zurück

Nach einem längeren Rechtsgespräch, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt wurde, war davon aber keine Rede mehr. Der Angeklagte beschränkte das Rechtsmittel auf das Strafmaß, womit die Feststellungen des Amtsgerichts automatisch Gültigkeit erlangten. Diese Form des Geständnisses wurde am Ende mit einer sehr viel milderen Strafe belohnt, die allerdings maßgeblich auch darauf zurückzuführen war, dass die Taten inzwischen bereits sechs Jahre zurück lagen.

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