Politik

Demo in Wesel - 150 Schüler bei Fridays for Future

Die Fridays-for-Future-Demo führte vom Rathaus aus vorbei am Dom in die Innenstadt.

Die Fridays-for-Future-Demo führte vom Rathaus aus vorbei am Dom in die Innenstadt.

Foto: Markus Joosten / FFS

Wesel.  Jugendliche machen ihrem Ärger lautstark Luft und fordern ein sofortiges Umdenken beim Klimaschutz. Sie sorgen sich um ihre Zukunft.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“, skandierten rund 150 Schüler am Freitag-Vormittag. Die Fridays-for-Future-Demo begann mit einer Kundgebung vor dem Weseler Rathaus, danach starteten die Jugendlichen einen lautstarken Protestzug durch die Innenstadt.

Dutzende Transparente hatten die Heranwachsenden gestaltet und machten damit ihren Ärger Luft. „Politik nicht für eine Legislaturperiode, Politik für ein Jahrhundert“, forderte etwa der 16-jährige Mathis Kock vom Konrad-Duden-Gymnasium.

„Ich möchte, dass sich die Regierenden nicht nur mit kurzfristigen Dingen beschäftigt, sondern auch mit langfristigen Problemen, die später einmal unsere Generation betreffen wird“, erläutert der Schüler.

Elena Soldatenkov von der Konrad-Duden-Realschule hält eine Tafel hoch, auf der „Make Love not CO2“ zu lesen ist. Die 16-Jährige erklärt: „Es ist mir wichtig gegen den Klimawandel zu demonstrieren. Aber wenn man nur negativ gestimmt ist, funktioniert das nicht.“

Eine Gruppe KDG-Schülerinnen haben ein riesiges Bettlaken als farbiges Transparenz gestaltet, darauf steht unter anderem zu lesen: „Thank you Greta!“ – ein Dank an die 16-jährige schwedische Klimaschutzaktivistin und Initiatorin der Freitags-Demos, Greta Tintin Eleonora Ernman Thunberg.

Die Klimaerwärmung mit steigenden Wasserständen der Weltmeere bereitet Sonja Kemming vom KDG große Sorgen. „Act now or swim later“ (übersetzt etwa: „Reagiere jetzt oder schwimm später“), hat sie in großen Buchstaben auf ihre Papptafel gepinselt. „Wir haben keine Zeit mehr zu warten, sondern müssen jetzt handeln“, so die Forderung der 16-Jährigen.

Die gleichaltrige Leonie Ullmann von der Gesamtschule Am Lauerhaas ist eine der Rednerinnen bei der Kundgebung. Sie ergänzt: „Das Pariser Klimaabkommen muss eingehalten werden. Und: jeder von uns muss etwas tun!“

Ihre 17-jährige Mitschülerin Andrea Döring ruft im alarmierenden Ton: „Wir sind die letzte Generation, die noch was gegen den Klimawandel tun kann.“

Dann ziehen die Jugendlichen los. Sie wehren sich gegen Vorwürfe, sie wollten durchs Demonstrieren nur den Unterricht umgehen. „Wir schwänzen nicht, wir kämpfen“, heißt es auf einem Schild. Außerdem stellen die Schüler klar: „Wir kämpfen weiter für unsere Zukunft, auch wenn wir ignoriert und zu Unrecht beschimpft werden!“

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