Wirtschaft

Der Weseler Einzelhandel befindet sich auf einem guten Weg

Aufgeräumt präsentiert sich die vor ein paar Jahren neu gestaltete Weseler Fußgängerzone.

Foto: Erwin Pottgießer

Aufgeräumt präsentiert sich die vor ein paar Jahren neu gestaltete Weseler Fußgängerzone. Foto: Erwin Pottgießer

Kreis Wesel.   Der Jahresbericht des Handelsverbands Niederrhein enthält positive Signale. Es wird aber auch an die Lokalpolitik appelliert, sich einzubringen.

Die Signale im niederrheinischen Einzelhandel sind positiv. Mehr Licht als Schatten und einen verhaltenen Optimismus hat der Handelsverband Niederrhein mit Blick auf das Jahresergebnis 2017 verkündet.

Dennoch nimmt er auch die Lokalpolitik in die Pflicht, vor allem wenn es um das Thema Leerstände geht. Denn jeder vierte niederrheinische Einzelhändler sieht die Entwicklung mit Sorge und möchte, dass Politik die Zentren stärkt. „Das ist eine deutliche Botschaft an die lokalen Entscheidungsträger“, sagt Vorstandsvorsitzender Lars Hoffmann. Zur Stärkung des kommunalen Selbstbewusstseins gehöre es aber auch, wenn sich die Kaufmannschaft in die Lokalpolitik einbringt, ergänzt Hauptgeschäftsführer Wilhelm Bommann. In Wesel ist man, was diese Forderungen angeht, guter Dinge und schaut zufrieden auf die Einkaufsstadt Wesel.

Firmengründer unterstützen

CDU-Fraktionschef Jürgen Linz verweist auf den sachkundigen Bürger Helmut Dismer, der zwei Schuhgeschäfte in der Weseler Fußgängerzone betreibt. Schon über ihn sei seine Fraktion auf dem laufenden, nehme Dismer doch auch an den Fraktionssitzungen teil. Darüber hinaus sei man in regelmäßigem Kontakt mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Johannes Opgen-Rhein. Linz würde gern Firmengründer stärker unterstützen, vielleicht so Läden in die Stadt holen, die sonst nicht überall zu finden sind. Man könnte ihnen etwa in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung ein, zwei Monatsmieten erlassen. Schwierig sieht der Christdemokrat Lösungen für die Seitenstraßen. „Das werden wir wohl nicht hinbekommen“, sagt er.

SPD-Fraktionsvorsitzender Ludger Hovest begrüßt ausdrücklich den Ruf des Verbands nach der Politik. Die SPD habe immer ein offenes Ohr und gute Drähte zu den Verantwortlichen. Dabei sei das Thema Leerstände in Wesel deutlich weniger eines als auf Landesebene, wo die Quote nahezu doppelt so hoch ist.

Kleine Läden sind problematisch

„Wir kämpfen an allen Fronten, Leerstände zu verhindern“, sagt der Vorsitzende der Werbegemeinschaft, Wolfdietrich Degler. Schließlich sei die Weseler Innenstadt schön, so dass, wenn gejammert werde, es auf hohem Niveau stattfinde. Angst und bange werde ihm allerdings angesichts vieler kleiner Läden, die leerstehen. Hier sei es extrem schwierig, Mieter zu finden.

Wirtschaftsförderer Opgen-Rhein verweist unter anderem auf das Fassadenprogramm und die Gestaltungssatzung, die dazu beitragen, dass sich Wesel gut präsentiert. Außerdem pflege man die Beziehungen zu Immobilien-Besitzern und sorge dafür, dass innenstadtrelevanter Einzelhandel sich nicht auf der grünen Wiese niederlasse. Fortgeschrieben werde in diesem Jahr auch das Einzelhandelskonzept.

>>>FAKTEN UND ZAHLEN

Der Weseler Einzelhandel hat 2017 rund 387 Millionen Euro umgesetzt, die Einzelhandelszentralität liegt mit 111,1 recht hoch. Die Ziffer wird aus der Division des Umsatzes durch die einzelhandelsrelevante Kaufkraft multipliziert mit 100 ermittelt.

Der Hamminkelner Einzelhandel hat 2017 rund 112 Milllionen Euro umgesetzt, die Einzelhandelszentralität liegt bei 69,6. Hier waren Mitte 2016 6677 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte erfasst, in Wesel waren es zu diesem Zeitpunkt 22787.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik