Fliegen

Die jüngste Segelfluglehrerin NRWs unterrichtet in Wesel

Karoline Klomps (hinter dem Cockpit) ist die jüngste Segelfluglehrerin NRWs. Ihren ersten Flug unternahm sie im Alter von Zehn Jahren mit Sascha Hübers (rechts).

Karoline Klomps (hinter dem Cockpit) ist die jüngste Segelfluglehrerin NRWs. Ihren ersten Flug unternahm sie im Alter von Zehn Jahren mit Sascha Hübers (rechts).

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Wesel.  Sie ist NRWs jüngste Segelfluglehrerin. Mit 20 Jahren steuert Karoline Klomps nicht nur Segelflugzeuge, sie unterrichtet auch Andere in Wesel.

Sie ist derzeit die jüngste Segelfluglehrerin Nordrhein-Westfalens: Den ersten Flug hat Karoline Klomps schon im Alter von zehn Jahren hinter sich gebracht – auf dem Gästesitz natürlich. Damals durfte sie zusammen mit Fluglehrer Sascha Hübers eine Runde durch die Luft drehen. „Die Mutter war da natürlich schon ein wenig aufgeregt“, erzählt die heute 20-Jährige.

Mittlerweile sei die Mutter aber ganz entspannt, denn Karoline Klomps sitzt eigentlich schon seit gut sechs Jahren nicht mehr auf dem Beisitz, sondern am Steuerknüppel. Die Ausbildung für die Segelfluglizenz startete sie mit 14 Jahren – das ist das erlaubte Mindestalter. Das liegt auch ein wenig an dem Vater, dem Berufspiloten. Viel Zeit hat sie schon als junges Mädchen auf dem Flugplatz in Wesel verbracht. Und nun sitzt die junge Frau aus Alpen wieder auf dem hinteren Sitz – allerdings , um mit Flugschülern abzuheben: Seit April besitzt Karoline Klomps die Fluglehrer-Lizenz für Segelflugzeuge.

Unterricht von der Rückbank aus

Regelmäßig steht sie deshalb am Wochenende auf dem Flugplatz der Luftsportfreunde Wesel-Rheinhausen und zeigt den neuen Fluganwärtern, wie sie in einem Segelflugzeug und mithilfe einer Seilwinde abheben können. „Schon beim ersten Start sitzen die Schüler vorne. Die erfahrenen Piloten steuern zuerst natürlich alles, geben dann aber immer mehr Verantwortung ab, bis sie nur noch zugucken“, erklärt Sascha Hübers, der auch die nun jüngste Kollegin unterrichtete.

Segelflugzeuge müssen mit viel Präzision gesteuert werden. Angst haben Hübers und Klomps dabei noch nie gehabt. „Wohl aber Respekt vor dem Unwetter“, erklärt Hübers. „Ich muss schon wissen, ob mich da jetzt eine Gewitterwolke erwartet und ich lieber abbreche“, meint der Hobbypilot.

Die Lehrer geben ihr Wissen und Können ehrenamtlich weiter. Und als Beruf kann sich Karoline Komps die Fliegerei auch gar nicht vorstellen: „Es ist ein wirklich schönes Hobby aber ich studiere in Duisburg ja Maschinenbau. Ich will irgendwas als Ingenieurin machen.“ Trotzdem ist der Unterricht eine zeitintensive Aufgabe. „Wer sich das nicht genau überlegt oder da kleine Lust drauf hat, sollte es lieber ganz sein lassen“, meint Hübers. Die Schulungen dauern in der Regel den ganzen Tag.

Schüler zwischen 13 und 78

Viele Wochenenden sind dadurch vorgeplant und stehen eben nicht zur freien Verfügung. Doch den Luftsportfreunden Wesel-Rheinhausen ist daran gelegen, die Ausbildung kontinuierlich anbieten zu können. Mit allein 14 Fluglehrern gehört der Verein zu einem der größten am Niederrhein. Die Jugendgruppe hat mehr als 40 Mitglieder, alle zwischen 13 und 27 Jahre alt. Klomps ältester Flugschüler ist 78 Jahre. „Mein Alter war bisher nie ein Problem. Die haben alle Respekt und hören genau zu. Und es ist schön, wenn sie dann versuchen umzusetzen, was man ihnen vorher erklärt hat“, sagt sie.

Als nächstes will die jüngste Segelfluglehrerin NRWs ihre Segel-Kunstflug-Lizenz machen. Sie schwärmt schon vom „Looping“, „Turn“ und vom „Immelmann“. Ihr Vereinskollege Sascha Hübers wird sie begleiten und auch wieder unterrichten.

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