Bürgerentscheid

Entscheidung gefallen: Rat von Hamminkeln wird nicht kleiner

Die Wahl zum Bürgerentscheid Ratsverkleinerung wurde ab 18 Uhr ausgezählt. Die meisten Stimmen waren für einen Erhalt des Rates in der aktuellen Größe.

Die Wahl zum Bürgerentscheid Ratsverkleinerung wurde ab 18 Uhr ausgezählt. Die meisten Stimmen waren für einen Erhalt des Rates in der aktuellen Größe.

Foto: Markus Joosten / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  In Hamminkeln waren die Menschen aufgerufen, über die Zahl der Sitze im Rat zu entscheiden: Eine Verkleinerung lehnten die Bürger deutlich ab.

Die Bürgerinnen und Bürger in Hamminkeln haben entschieden: Der Rat wird ab 2020 weiterhin 38 Sitze haben. Die Initiative von Walter Münnich und Oliver Duhr von Pro Mittelstand ist krachend gescheitert. 4.342 Hamminkelner (67 %) der 6.444 Wähler stimmten mit „Nein“, 2.102 Bürger (33 %) hatten eine Ratsverkleinerung befürwortet. Insgesamt lag die Wahlbeteiligung bei 28,5 ‰. Noch am Sonntagnachmittag hatten sich lange Schlangen vor dem Wahllokal im Rathaus gebildet.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens, waren im Gegensatz zu vielen Kommunalpolitikern und Bürgern, nicht im Ratssaal anwesend als Bürgermeister Bernd Romanski das Ergebnis verkündete und dabei erklärte: „Die Bürger haben gezeigt, welche Meinung sie haben.“

Viele sind irritiert, dass die Initiatoren nicht vor Ort sind

Für die FDP-Fraktionsvorsitzende Silke Westerhoff war die Nichtanwesenheit von Münnich und Duhr eine „Frechheit“. Die Bürger hätten mit ihrer Stimmabgabe gezeigt, das sie weiterhin Vertreter vor Ort haben wollen und auf Bürgernähe setzen. Den Wählern, die mit Ja gestimmt haben, müsse die Ratsarbeit noch besser erklärt werden.

„Der Egotrip von Leuten, die meinen, sie können mit viel Geld die Stadtpolitik bestimmen, ist gescheitert“, kommentierte der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Norbert Neß das Ergebnis, während sein Parteikollegen Dieter Wigger von einem eindeutigen Ergebnis sprach „trotz aller Einschüchterungen und merkwürdigen Zufälle.“

Jetzt wollen die Parteien die Ja-Stimmer von ihrer Arbeit überzeugen

Für einen sichtlich zufriedenen Johannes Flaswinkel (Grüne) zeigte das Wahlverhalten, dass „die Menschen die politische Arbeit in Hamminkeln zu schätzen wissen“, während Michael Möllenbeck (SPD) das Ergebnis „als klares Statement“ wertete, das aber angesichts der Ja-Stimmen auch zeige, dass der Rat sich jetzt nicht ausruhen dürfe: „Die Beteiligung war schon immens.“

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