Nach Ratsbeschluss

Hamminkeln verkauft das Vereinsheim Dingden-Berg

Das Vereinsheim Dingden-Berg und die ehemalige Schule werden verkauft.

Das Vereinsheim Dingden-Berg und die ehemalige Schule werden verkauft.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Die Vereine, Schützen, HSC und Pinscher-Schnauzer-Club, bekommen ihren Teil vom neuen Eigentümer für null Euro und müssen sich dann kümmern.

Aufatmen in Dingden-Berg. Der Verkauf des Vereinsheims ist in trockenen Tüchern. Nachdem die Stadt mit ihrem Ansinnen, das städtische Gebäude an einen Nachbarn zu verkaufen, am Widerstand der Politik gescheitert war, ist nun eine neue Lösung gefunden worden.

Ursprünglich sollte das Vereinsheim und die benachbarte Berger Schule bereits im Juli 2018 verkauft werden. Doch nachdem die dort ansässigen Vereine, Schützen Berg, HSC Berg und Pinscher-Schnauzer-Club protestiert hatten, lehnte eine Mehrheit aus CDU, USD und dem grünen Ratsherrn Bernhard Wenders und sowie Martin Wente den Verkauf der städtischen Gebäude ab. Zuvor hatte sich im Haupt- und Finanzausschuss noch eine Mehrheit, vor allem aufgrund der Enthaltung von zwei CDU-Ratsmitgliedern, für den Verkauf ausgesprochen.

Angst vor Ärger um den Lärmschutz

Zwar hatte die Stadt wohl für 25 Jahre ein Nutzungsrecht für das Vereinsheim im Auge, doch das schien der Ratsmehrheit trotzdem zu unsicher. Die Vereine hatten befürchtet, dass es Ärger um den Lärmschutz geben könnte, wenn die benachbarte Schule in Wohnungen umgebaut wurde. Diesem Nutzungskonflikt wurde mit der neuen Lösung Rechnung getragen. Denn nicht nur die drei Vereine nutzen das Haus. Auch die anderen Berger sehen die Einrichtung als eine Art Begegnungsstätte für die Anwohner an. Es gibt Seniorennachmittage, Gymnastikrunden, Theateraufführungen, die Infoveranstaltungen für den Breitbandausbau fanden an der van-der-Wall-Straße statt.

Im nichtöffentlichen Teil der Ratssitzung stimmte die Kommunalpolitik nun einem Verkauf an den Nachbarn zu. Anstelle der ursprünglich geplanten 110.000 Euro verkauft die Stadt nun für 75.000 Euro. Der neue Eigentümer wird den Teil des Gebäudeensembles, in dem das Vereinsheim untergebracht ist, an die drei Vereine Schützen Dingden-Berg, HSC Berg und Pinscher-Schnauzer-Club als Eigentum übertragen, ohne dafür ein Entgelt zu verlangen, also für null Euro.

Eine Kindertageseinrichtung, Monteurwohnungen und Büros

In der ehemaligen Schule sollen dann Monteurwohnungen, eine Kindertageseinrichtung und Büros entstehen. Ausdrücklich untersagt ist dauerhaftes Wohnen, um keinen Ärger wegen eventueller Lärmbelästungen zu bekommen. Der Pinscher-Schnauzer-Verein, der neben dem Vereinsheim sein Trainingsgelände hat, soll dafür einen langfristigen Mietvertrag erhalten.

Die Vereine sind damit künftig selbst für die Instandhaltung des Vereinsheim zuständig. Genau diese Kosten hatte die Stadt zu der Überlegung geführt, die Immobilie zu verkaufen. Denn sie ist für die Verwaltung „nicht betriebsnotwendig“, wie es im schönsten Bürokratendeutsch heißt.

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