Musik

Hamminkelner präsentiert seine erste CD - mit 58

Der Musiker Hajo Hübers präsentiert sein Debütalbum.

Der Musiker Hajo Hübers präsentiert sein Debütalbum.

Foto: Gerd Hermann / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Schon früher träumte Hans-Jürgen Hübers von einer eigenen CD. Nach vielen Jahren hat er endlich das Ziel erreicht und steht sogar auf der Bühne.

Früher wollte er später „mal ne Platte machen“. Nun hat Hans-Jürgen Hübers keine Platte gemacht, aber eine CD tut es heutzutage ja auch. Und dann noch die ganzen Streaming-Dienste, die der Hamminkelner mit seinem Erstling bedient. Man könnte sagen, ein Jugendtraum hat sich verwirklicht. Dabei sah es lange Jahre nicht danach aus.

Denn Hajo Hübers ging es so, wie vielen jungen Menschen seit Generationen. Erst einmal große Träume hegen, viele Pläne schmieden, die dann allerdings am Alltag, der sich zwangsläufig irgendwann einstellt, scheitern. Jung-Hajo spielte in einer Kapelle, machte Tanzmusik und hatte seinen Spaß dabei. Und natürlich träumte auch er damals davon, „mal ne Platte zu machen“, wie er heute unumwunden zugibt.

Ein Hobby für das Leben nach dem Beruf

Doch dazu kam es nicht. Stattdessen fand das reale Leben statt. Job und Familie standen nun im Mittelpunkt seines Lebens und die Musik, die war dann irgendwann vergessen. Also nicht zum hören, aber zum selbst spielen.

Und dann ging es auf Mitte 50 zu und Ehefrau Dagmar erinnerte ihren Gatten daran, dass irgendwann auch für ihn Schluss sei mit seinem Leben als Verkaufsdirektor der Warsteiner Brauerei. „Du solltest Dir ein Hobby suchen“, riet die weise Ehefrau. Und der 58-Jährige war weise genug, sich an den Ratschlag seiner Frau zu halten.

Gitarren-Unterricht in der Rockschule Hamminkeln

Da war doch was? Stimmt: Musik machen. Hübers kaufte sich eine Gitarre und nahm Unterricht beim Hamminkelner Rockschulen-Inhaber Marco Launert. Im Keller seines Hauses in Hamminkeln richtete er seinen kleinen Probenraum ein und übte munter vor sich hin – und übte, übte, übte. Hier gibt es mehr aus Wesel, Hamminkeln und Schermbeck

Das muss sich gelohnt haben, denn Launert schlug seinem Schüler vor, sich mal an eigenen Songs zu versuchen. Auch diese Ergebnisse beeindruckten den Lehrer. Er habe da Kontakte zu einem Tonstudio in Wuppertal, ob Hübers nicht mal zwei, drei Songs aufnehmen wollte? Wollte er – aber nicht nur zwei, drei: Wenn schon, dann sollte es ein komplettes Album werden, auch wenn das wohl nicht in der Hitparade landen wird: „Aber wer kann von sich schon behaupten, eine eigene CD im Schrank zu haben?“

Deutscher Rock der 80er Jahre als Vorbild

Hübers hatte ein Konzept fürs Album im Kopf. Der erste Song beschreibt ein wenig das Gefühl vor dem Auftritt, die nächsten sechs erzählen vom eigentlichen Auftritt und der Abschlusssong handelt von den Gefühlen des Musikers nach dem Konzert. Orientiert hat er sich bei seinen Kompositionen an der deutschen Musik der 80er Jahre. „Klaus Lage und Purple Schulz“ kommt spontan die Antwort auf die Frage nach seinen Vorbildern. „Es gibt Lieder mit Akkordfolgen, die mich einfach emotional berühren“, erzählt Hübers und nennt „Kleine Seen“ als Beispiel. Für ihn ist wichtig, das jeder Song ein eigenständiges Werk ist und nicht die xte Variation: „Das wäre mir zu langweilig.“

Innerhalb von drei Tagen spielte Hübers, musikalisch unterstützt von Marco Launert, das Album ein, mischten bei einigen Songs noch ein paar Streicher, Waldhörner und Klarinetten dazu und dann ging es in die CD-Presse. Passenderweise heißt der Erstling „Jetzt oder nie!“.

Release-Party im Kulturbahnhof

Und dann gab es auch noch eine große Album-Release-Party im Kulturbahnhof. 120 Leute, volle Hütte. Lampenfieber gehabt? „Da war schon ein großes Beben in den Fingern“, gibt Hübers unumwunden zu. Aber mittlerweile sei er entspannter. Dabei kommt ihm auch sein Beruf als Verkaufsdirektor zugute, bei dem er auch häufiger vor größeren Gruppen sprechen muss. Aber wirklich Routine sind seine Auftritte für ihn beileibe nicht. Demnächst ist Hajo Hübers im Scala zu hören und beim Sofakonzert der Volksbank in Dinslaken. Im Gepäck dabei: sein Debütalbum.

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