Wetterkapriolen

Hitze, Orkan und extreme Trockenheit in Wesel 2018

Das Schwarze Wasser ist nur noch eine Pfütze, die Erde bricht auf. 

Das Schwarze Wasser ist nur noch eine Pfütze, die Erde bricht auf. 

Foto: Thorsten Lindekamp

Wesel.   Der Klimawandel ist auch in Wesel angekommen. Das Wetter wird zum Gesprächsthema Nummer eins. Volle Notfallambulanzen, leere Flüsse.

Der letzte Tag des Jahres - Zeit, ein wenig innezuhalten und zurückzublicken, bevor 2019 in wenigen Stunden ganz frisch mit neuen Hoffnungen beginnt. Für die Kreisstadt war es ein ereignisreiches Jahr, mit immer wiederkehrenden Diskussionen über große Themen, die die Menschen bewegen. Natürlich auch das Wetter, sehr wahrscheinlich sogar der Klimawandel, der sich am Rhein bemerkbar macht.

Das Jahr 2018 beginnt stürmisch

Mit Sturmtief Burglind beginnt das neue Jahr. Bäume stürzen um, bevor das große Hochwasser kommt. Wege müssen wegen Überflutung gesperrt werden, auch die Landzunge am Yachthafen. Dann wird es glatt auf den Straßen - typisch Winter eben.

Was das Orkantief Friederike am 18. Januar mit sich bringt, ist ungleich schlimmer. Mit Brachialgewalt bricht es auch über die Stadt an Rhein und Lippe herein. In der Innenstadt schließen Geschäfte, zu gefährlich ist es, jetzt unterwegs zu sein. Straßen sind menschenleer, in Wäldern und Grünanlagen fallen reihenweise Bäume um. Lebensgefahr! Die meisten Glacisanlagen werden tagelang gesperrt, wiederum die Landzunge am Yachthafen, wo bis heute mahnend Pappelstümpfe stehen. Der späte Frost legt schließlich Baustellen lahm, bevor es im April einen Lichtblick gibt: Gleich zum Monatsbeginn wird der erste Spargel geerntet.

Mensch und Natur leiden unter der Trockenheit

Es folgt der uns allen in Erinnerung gebliebene sehr heiße und extrem trockene Sommer, der die Menschen stöhnen lässt. Monatelang regnet es nicht, der städtische Betrieb ASG bittet die Bürger, beim Gießen zu helfen, die Feuerwehr ist wegen der akuten Brandgefahr in ständiger Alarmbereitschaft.

Die Notfallambulanzen sind voll, Gewässer wie die Issel, das Schwarze Wasser und die Droste Woy dagegen leer, der Rheinpegel sinkt täglich. Kühe spazieren über den Auedamm, um sich im Auesee abzukühlen, eine einzelne Kuh zieht es in die Lippe.

Niedrigwasser im Rhein lässt die Preise steigen

Der Borkenkäfer hat leichtes Spiel und sorgt für ein Fichtensterben. Auch andere Bäume leiden unter den 90 Tagen Dauersauna, wie ASG-Fachmann Heinz-Georg Oberender es ausdrückt. Der ganze Schaden wird wohl erst 2019 sichtbar sein. Die Futterpreise steigen, Gemüsebauern klagen über Verluste, und die Apfelernte beginnt so früh wie selten zuvor.

Das Niedrigwasser des Rheins hat zur Folge, dass der Benzin- und Heizölpreis steigt. Und es legt Dinge frei, die lange in Vergessenheit geraten sind: Bei Perrich kommt ein uraltes Schiffswrack wieder zum Vorschein...

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