Ökumene

Hoffnung pflanzen - 400 Christen aus Wesel feiern gemeinsam

Pastoralreferent Martin Knauer, Christa Hartmann vom Gut Grenzenlust und Pfarrer Thomas Bergfeld (von links).

Pastoralreferent Martin Knauer, Christa Hartmann vom Gut Grenzenlust und Pfarrer Thomas Bergfeld (von links).

Foto: Gerd Hermann / FFS

Wesel.  Christen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinden feiern gemeinsamen Gottesdienst zum Tag der Schöpfung im Aboretum Grenzenlust.

Mit einem ökumenischen Gottesdienst im „Arboretum Grenzenlust“ erinnerten die Weseler Kirchen an den Wert der Schöpfung. Rund 400 evangelische und katholische Christen kamen zum Gottesdienst – einige mit dem Wagen, andere mit dem Rad, um die Atmosphäre des Ortes und den Gedanken der Natur bewusst mitzunehmen.

„Das ist zum ‘ökumenischen Tag der Schöpfung’, zusätzlich zum Erntedank, wo wir an unsere Verantwortung denken“, so Pfarrer Thomas Bergfeld. Er und Pastoralreferent Martin Knauer zeigten sich „überwältigt“ von der Resonanz.

Bäume wertschätzen

Im Zentrum stand das Thema „Hoffnung pflanzen“ – und der Bezug vor allem zum Baum als Natursymbol. „Bäume faszinieren viele von uns – ihre Langlebigkeit und ihre besondere Art, sich zu entwickeln. Aber selten zeigen wir ihnen unsere Wertschätzung“, so Bergfeld.

Gemeindemitglieder trugen vor, dass in NRW seit 2018 Millionen Bäume Dürre und Stürmen zum Opfer gefallen sind, am Amazonas 79.000 Brandherde für das Verschwinden der Bäume sorgen.

Und in den Regenwäldern Indonesiens und Malaysias würden in jeder Minute 42 Fußballfelder Regenwald abgeholzt – für das Palmöl in hiesigen Produkten wie Schokolade, Fußgel, Margarine oder in Waschmitteln.

Als Kontrast dazu standen die „Gesten der Hoffnung“ aus der Bibel, die mimisch von Gemeindemitgliedern dargestellt wurden: Noah, der zum Dank für Gottes Rettung der Schöpfung eine Taube entsendet, die alte Sarah, die noch schwanger wurde, Mirjam, die die Pauke schlug und mit dem Volk Israels aus Ägypten zieht, oder Jeremiah, der die Mauern Jerusalems errichtet.

„Gott sendet uns Zeichen der Hoffnung – die ist aber fragil und braucht stete Vergewisserung“, führte Martin Knauer in der Predigt aus.

Die „Achtsamkeit gegenüber dem Leben, das Gute sehen“, diese Aufforderung stecke in den Geschichten genauso wie das Bewahren und das „Bewusstsein für die Schöpfung“. Knauer verwies dabei auf Greta Thunberg. „Weil der Himmel es uns zutraut, können wir da noch eine Schippe drauflegen“, machte Pfarrer Bergfeld deutlich, dass allen klar sei, „dass es nicht so weiter geht wie bisher.“

Widerstandsfähige Gleditschie

Die Kollekte kam einem Sträucher- und Waldanbauprojekt von Misereor in Haiti zu Gute. Und gemeinsam mit Kindern und Erwachsenen pflanzten Knauer und Bergfeld eigenhändig auf dem freien Gelände einen Baum.

„Das ist eine amerikanische Gleditschie, ein rotlaubiger Lederhülsenbaum, der trockenheits- wie hitzetolerant ist und auch mit Überflutungen zurecht kommt“, erinnerte der Verwalter des Geländes, Philipp Rother, an die Dürre und das doppelte Hochwasser der Issel.

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