Wartungsarbeiten

Im Dom in Wesel stehen 4678 Orgelpfeifen auf dem Prüfstand

Halfdan Oussoren

Halfdan Oussoren

Foto: Markus Weissenfels

Wesel.   Alle zwei Jahre muss die Orgel im Willibrordi-Dom in Wesel gewartet werden. Orgelbauer Halfdan Oussoren reist hierfür extra aus Dänemark an.

Es ist still im Willibrordi-Dom an diesem Montagmittag. Mucksmäuschenstill. Das muss es auch sein. Der Grund dafür kam extra aus Dänemark angereist: Halfdan Oussoren sitzt an der Orgel, verschafft sich einen Überblick über die vielen Tasten und Knöpfe, die an der Apparatur befestigt sind. Langsam drückt Oussoren eine Taste. Ein lauter Ton durchdringt die Stille im Dom. Er lächelt zufrieden.

Orgel wurde 2000 fertiggestellt

Halfdan Oussoren ist Orgelbauer. Sein Arbeitgeber, eine dänische Orgelfirma, hat die Orgel im Weseler Dom 2000 fertiggestellt und aufgebaut. „Ich war damals bei der Klanggebung, also bei der Fertigstellung, beteiligt“, erinnert er sich. Seither reist er alle zwei Jahre an den Niederrhein um die Orgel zu warten. Dauer: rund fünf Tage.

Aus diesem Grund bleibt der Dom bis einschließlich Freitag für die Öffentlichkeit verschlossen. Denn nur wenn Ruhe herrscht, kann Oussoren heraushören, ob die Töne richtig und sauber klingen.

Holztreppen und Leitern

Und zu hören gibt es bei der Orgel eine ganze Menge: Insgesamt gehören 4678 Pfeifen zu ihr, jede einzelne gilt es zu überprüfen und gegebenenfalls neu zu stimmen. Und dafür braucht es Mut, denn die Orgel erstreckt sich über mehrere Ebenen. Über mehrere kleine Holztreppen und Leitern geht es hinauf, ins Innere der Instruments.

Eng ist es hier oben. „Ein Grund, warum ich hier alleine arbeite“, erklärt der Fachmann. Oussoren öffnet eine kleine Holzklappe, dahinter erstreckt sich ein kleiner, aber vollgepackter Raum. Unzählige Orgelpfeifen in verschiedenen Größen sind hier platziert. Um zu hören, ob er die Pfeife nun richtig gestimmt hat, muss Oussoren nicht wieder hinunter zu den Tasten. Mit Hilfe einer Fernklaviatur, die unten an die richtige Klaviatur gekoppelt ist, kann er die Tasten steuern und direkt hören, ob die Pfeife nun sauber spielt.

Mehrere kleine Orgeln ergeben das Instrument

Und was gibt es noch? „Meine Aufgabe ist es auch, die technische Steuerung der Orgel zu überprüfen“, sagt der Orgelbauer. Das Instrument besteht eigentlich aus mehreren kleinen Orgeln, die mit einer Kopplung zusammengesetzt werden können. Diese Kopplung entsteht durch das Betätigen verschiedener Schalter. Unterschiedliche Kombinationen ergeben unterschiedliche Klangfarben. Schließlich müssen Verschleißteile regelmäßig ausgetauscht werden. Dass er dafür extra aus Dänemark angereist kommt, stört Oussoren nicht: „Es wäre für die Leute ja auch schwierig, die Orgel einzuschicken“, sagt er lachend.

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