Soziales

Im Sommer entsteht ein neues Pflegeheim an der Bahnlinie

Das Grundstück an der Dinslakener Landstraße. Dahinter ist die Bahn.

Foto: Markus Weißenfels

Das Grundstück an der Dinslakener Landstraße. Dahinter ist die Bahn. Foto: Markus Weißenfels

Wesel.   An diesem Grundstück hatte schon einmal ein Discounter Interesse. Bald wird dort ein Seniorenpflegeheim mit 80 Einzelzimmern gebaut.

Die Menschen werden immer älter – also wächst auch der Bedarf an stationärer Pflege. 495 Plätze bieten die sechs Seniorenheime in Wesel derzeit, bis 2020 werden laut einer Berechnung des Kreises Wesel schon 738 Plätze benötigt. Neben dem Evangelischen Krankenhaus, das im Sommer in Büderich mit dem Bau eines Heimes mit 60 Plätzen beginnt, bereitet aktuell noch ein weiterer Investor einen Neubau vor: An der Ecke Dinslakener Landstraße/Kurt-Kräcker-Straße soll, sobald das Wetter es zulässt, der Abriss einer ehemaligen Fahrschule beginnen. Dort entstehen nochmals 80 Pflegeplätze in einem Haus, das die Firma Insanto Seniorenresidenzen aus Gütersloh betreiben wird.

Betreiber Insanto

Auf den Standort Wesel sei man durch eine Bedarfserhebung gekommen, erklärt Stephan Krämer, operativer Geschäftsführer der Insanto GmbH, warum das Unternehmen die Hansestadt ins Visier genommen hat. Die neu gegründete Firma, deren Geschäftsführer Olaf Gellermann ein Steuerberatungsbüro betreibt, plant derzeit den Betrieb von fünf Seniorenheimen, neben Wesel in Duisburg, Bardowick (bei Lüneburg) und Neumünster sowie ein weiteres in Dinslaken. Allesamt befinden sich laut Stephan Krämer noch in der Planungsphase. Das Weseler Haus wird von der in Winsen an der Aller ansässigen Lindhorst-Gruppe gebaut und vom Betreiber Insanto gepachtet.

Das Seniorenheim mit 80 Einzelzimmern habe den Anspruch der klassischen Altenpflege, so Krämer. Pflegebedürftige Menschen mit körperlichen und geistigen Einschränkungen werden in sechs Wohngruppen betreut. Das L-förmige Gebäude ist viergeschossig geplant, im Erdgeschoss sollen die Küche, ein Cafébereich, die Wäscherei und ein Friseursalon einziehen, in den drei Etagen darüber die Wohnbereiche, die jeweils mit einem Aufenthaltsraum, einer Küche und einem Therapieraum ausgestattet sind. Dazu gehören auch zwei Gärten: Ein abgetrennter Außenbereich für die Bewohner mit Demenz und ein offener Gartenbereich für Bewohner und Besucher.

80 Mitarbeiter gesucht

Derzeit warte man laut Stephan Krämer noch auf die Abrissgenehmigung, danach soll es mit den Arbeiten losgehen. Im Sommer, so der Plan, könnten dann die Bauarbeiten beginnen. Als Eröffnungszeitpunkt des neuen Hauses ist derzeit der Herbst 2019 geplant. In dem Haus werden insgesamt rund 80 Mitarbeiter tätig sein. Rund ein Dreiviertel-Jahr vor der Eröffnung, so Krämer, werde die Insanto GmbH mit der Suche nach dem Personal beginnen, nach Möglichkeit sollten die Kräfte vor Ort gefunden werden.

Auch in Büderich soll der schon länger geplante Neubau eines Heimes mit 60 stationären Plätzen und 16 Tagespflege-Plätzen im Sommer beginnen. Die Fertigstellung ist ebenfalls für 2019 geplant – doch die Plätze werden wohl weitgehend durch die Bewohner des Willibrordi-Heims belegt werden, denn das sanierungsbedürftige Haus in der Stadtmitte soll – wie berichtet – ab 2020 abgerissen und neu aufgebaut werden. Geplant ist, dass dort Seniorenwohnungen sowie eine Tagepflege entstehen. Die konkreten Planungen werden derzeit im Evangelischen Krankenhaus vorbereitet.

>>>BLICK IN DEN PFLEGEPLAN

Trotz dieser Neubauvorhaben benötigt Wesel in den kommenden Jahren weitere Pflegeplätze, um den erwarteten Bedarf decken zu können: Laut Berechnungen des Kreises Wesel im Pflegeplan werden bis 2020 rund 160 weitere stationäre Plätze benötigt – das sind zwei Seniorenheime. Vorrangig wird ein Bedarf in Büderich, Ginderich und Perrich (zusammen 6000 Einwohner) sowie Flüren (4800 Einwohner) gesehen. Bedarf besteht auch in Obrighoven (5000 Einwohner) und Blumenkamp (2700 Einwohner). Im Evangelischen Krankenhaus hat es bereits Überlegungen gegeben, über den Neubau in Büderich hinaus ein weiteres Pflegeheim zu bauen, doch konkrete Planungen gibt es noch nicht.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik