Tag der offenen Tür

Zentrum: Individuelle Hilfe für Tumorpatienten in Wesel

Der Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin, Martin Liesen, fährt mit einem Endoskop durch ein Rohrsystem und wird dabei von seinen Töchtern Frida und Fine sowie Schwester Marion unterstützt.

Der Oberarzt und Facharzt für Innere Medizin, Martin Liesen, fährt mit einem Endoskop durch ein Rohrsystem und wird dabei von seinen Töchtern Frida und Fine sowie Schwester Marion unterstützt.

Foto: Arnulf Stoffel / FUNKE Foto Services

Wesel.  Das Niederrheinische Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT) am Marien-Hospital im Wesel hatte zum Tag der offenen Tür eingeladen.

Wer ins Niederrheinische Zentrum für Tumorerkrankungen (NZT) am Marien-Hospital Wesel kommt, der leidet für gewöhnlich unter einer ernsthaften Erkrankung. Hier kümmern sich Experten aller in der Krebstherapie tätigen Fachdisziplinen des Marien-Hospitals Wesel und des St. Willibrord-Spitals im Emmerich um die Patienten.

Wie die Hilfe aussehen kann, konnten Besucher erstmals beim Tag der offenen Tür erleben. Hier gab es neben zahlreichen Vorträgen rund um das Thema der Krebsmedizin auch die Vorstellung vieler Angebote rund um die Erkrankung – von Selbsthilfegruppen und psychologischer Betreuung bis hin zu besonderen Aktionen für Betroffene.

Alle Berufsgruppen einbinden

„Es ist uns wichtig, alle Berufsgruppen mit einzubinden“, sagt Prof. Henning Schulze-Bergkamen, der Leiter des NZT. Daher sind nicht nur die direkt mit der Krebstherapie befassten Ärzte eingespannt, sondern auch Psychologen, Ernährungsmediziner, Palliativmediziner, onkologische Pflegekräfte, Sozialdienst und Seelsorge kümmern sich um das Wohl der Patienten. Denn das NZT ist angeschlossen an ein überregionales Netzwerk.

Das beginnt schon in der Diagnostik, die sich im Vergleich zu früheren Zeiten deutlich weiterentwickelt hat. „Wir schauen uns bei jedem Patienten im Einzelnen an, was die Besonderheiten bei seinem Krebsgewebe sind“, erklärt der Leiter des NZT. Dann wird auf Basis dieser Befunde eine individuelle, zielgerichtete Therapie erarbeitet. Das können Operationen sein, Chemo- oder Strahlentherapie. „Bei manchen Krebsarten helfen aber auch einzelne Medikamente sehr gut“, sagt Prof. Henning Schulze-Bergkamen.

Zentrum ist Teil eines Netzwerks

Ein Schema, wie man mit bestimmten Krebserkrankungen umgeht, gibt es also nicht. „Das Anspruchsvolle ist, dass man sich ständig in dem Thema weiterbilden muss“, erklärt Prof. Henning Schulze-Bergkamen. Denn alle neuen Möglichkeiten, die man zur Therapie des Patienten einsetzen kann, alle neuen Medikamente, die auf den Markt kommen, sollten zum Wohl des Patienten auch berücksichtigt werden. Natürlich kann das Zentrum in Wesel nicht alle Therapiemöglichkeiten anbieten. „Wir bieten eine zentrale Anlaufstelle und eine Lotsenfunktion für Menschen mit Krebserkrankung“, sagt Prof. Schulze-Bergkamen.

Regionaler Behandlungspartner

Dabei ist das NZT in der Krebsbehandlung an ein universitäres Netzwerk angeschlossen. Prof. Schulze-Bergkamen hat selbst einen Lehrauftrag an der Universität Heidelberg, ist aktiv am dortigen Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen und in der Deutschen Krebsgesellschaft. Und mit dem Westdeutschen Tumorzentrum in Essen steht auch ein regionaler Behandlungspartner zur Verfügung. „Der Austausch ist das Wichtigste. Man kann Krebsmedizin nicht im stillen Kämmerchen betreiben“, sagt der Leiter des Tumorzentrums.

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