Klimadiskussion

Klima: Junge Union im Kreis Wesel gegen Verbote

Der Klimanotstand hat aus Sicht der Jungen Union eher Symbolcharakter. Sie  ist gegen Verbote zum Beispiel für Feuerwerke.

Der Klimanotstand hat aus Sicht der Jungen Union eher Symbolcharakter. Sie ist gegen Verbote zum Beispiel für Feuerwerke.

Foto: Michael Kappeler / dpa

Wesel.  Fahrverbote retten das Klima nicht, sagen die jungen Christdemokraten. Sie fordern, den ÖPNV nicht einfach auszubauen, sondern zu optimieren.

Auch die Junge Union im Kreis Wesel hat sich Gedanken zum Klima gemacht. In einer kleinen Pressekonferenz zu umwelt- und klimapolitischen Themen erläuterte der Kreisvorsitzende Frederik Paul ein Positionspapier, das mittlerweile in komprimierter Form vom Kreisparteitag genehmigt worden ist. Besonderen Wert legt Frederik Paul darauf, dass konkrete Lösungsansätze ohne Fahrverbote oder Tempolimits gefunden werden.

„Wir von der Jungen Union glauben, dass man mit Fahrverboten das Weltklima nicht retten kann“, zeigt sich der Politikwissenschaftsstudent überzeugt. So erachtet die Junge Union auch die Ausrufung eines Klimanotstands für symbolisch. Absagen von Feuerwerken oder Osterfeuern sieht der Kreisvorsitzende ebenfalls kritisch: „Die CDU möchte das Ehrenamt stärken, dazu gehört auch die Tradition“, stellt Frederik Paul fest.

Junge Union für die Elektrifizierung von Bahnlinien im Kreis Wesel

Aber es gibt auch Maßnahmen, die die Junge Union im Kreis Wesel für sinnvoll hält, um einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So sei in einem Monitoring-Prozess zu prüfen, wie öffentlicher Nahverkehr optimiert werden kann. Einem schlichten Ausbau erteilt die Jugendorganisation eine Absage, da dieser nur zu mehr Leerfahrten führen werde. Die bessere Vernetzung von Bussen und Bahnen gehört für Frederik Paul ebenso zu einem Beitrag des Kreises wie die Möglichkeit eines kreisweiten E-Bike-Sharings.

Auch bei der Bahn sieht die Junge Union noch Verbesserungsbedarf: Eine vollständige Elektrifizierung der Bahnlinien im Kreis – etwa der Strecke Wesel-Bocholt – ist für die jungen Christdemokraten anzustreben, allerdings mit der Maßgabe, dass der Strom für den Betrieb nachhaltig erzeugt wird.

Unbefahrbare Radwege in Schuss bringen

Auch die Modernisierung der Radwege hat sich die Junge Union auf die Fahnen geschrieben: „Die Fahrradinfrastruktur muss wieder in Schuss gebracht werden. Es gibt im Kreis viele unbefahrbare Radwege“, stellt Frederik Paul fest.

Neben dem Verkehr ist auch das Wohnen ein Bereich mit CO2-Sparpotenzial: Die Junge Union strebt hier eine Förderung alternativer Baumaterialien wie Holz ebenso an wie optimierte Förderungen für Gebäudedämmung.

Kritisch setzt sich Frederik Paul mit Greta Thunberg auseinander: „Der Satz ‘Was erlauben Sie sich’ ist angesichts der Aufbauleistung unserer Großeltern kritisch zu betrachten“, gibt der 23-Jährige zu bedenken. Das aktuelle Klimapaket der Bundesregierung hält Frederik Paul für angemessen. Auch den Betrag von zunächst zehn Euro pro Tonne CO2 findet der Kreisvorsitzende der Jungen Union nicht zu niedrig – offenbar ebenso wie den Mindestlohn, den er als Vergleich heranzieht: „Der hat auch niedriger angefangen und steigt nach und nach.“

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