Filmschauplatz

„Loving Vincent“ im Park von Haus Esselt in Hünxe

Dagmar Schneider (links) und Gabriele Ketelaars (rechts) waren auf den Spuren Pakonks und van Goghs unterwegs.

Dagmar Schneider (links) und Gabriele Ketelaars (rechts) waren auf den Spuren Pakonks und van Goghs unterwegs.

Foto: Erwin Pottgiesser / FUNKE Foto Services

Hünxe.  Haus Esselt in Hünxe wurde zum „FilmSchauPlatz NRW“ – „Loving Vincent“, gezeigt im Garten Otto Pankoks, der van Gogh als Geistesverwandten sah.

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Die Veranstaltungsreihe „FilmSchauPlätze NRW“ tourt auch in diesem Jahr wieder durch Nordrhein-Westfalen, um „besondere Filme an außergewöhnlichen Orten“ (so die Veranstaltungsbroschüre) als Freiluftkino vorzuführen. Und so gastierte die Reihe am Mittwoch dieser Woche mit dem Film „Loving Vincent“ auf dem Gelände von Haus Esselt in Hünxe.

Sind normalerweise bei diesen Kinoabenden Rahmenprogramm und Film einigermaßen aufeinander abgestimmt, so passte das Rahmenprogramm perfekt zum Film. Für die Veranstaltung konnte es so auch gar keinen besseren Ort als den in Hünxe geben. Haus Esselt beherbergt nämlich das Otto-Pankok-Museum. Für Besucher ergab sich dadurch die Möglichkeit, beide Künstler in Verbindung zu setzen; sah Otto Pankok doch in Vincent van Gogh seinen geistigen Wahlverwandten.

Museumsleiterin Annette Burger hatte den Rezitator Carlo Steimel engagiert, der ein paar Texte von Pankok über Künstler im Allgemeinen und van Gogh im Speziellen vortrug.

Unveröffentlichte Texte

Das Besondere dieser Texte ist, dass es sich um bislang unveröffentlichte Passagen aus seinen Tagebüchern und Briefen handelt, die extra für dieses Event transkribiert wurden. „Wir bekommen immer wieder Anfragen von Leuten, die ehrenamtlich für das Museum tätig werden möchten“, sagt Annette Burger, „und so ergriffen wir die Möglichkeit, viele Menschen an der teilweise schwierigen Entzifferung von Pankoks Handschrift arbeiten zu lassen.“

Neben der Lesung bekamen Besucher die Gelegenheit, selbst künstlerisch tätig zu werden und – ausgestattet mit Kohlestiften und Malblock – durch die wunderschöne Parkanlage rund um das Haus Esselt zu streifen, um auf den geistigen Spuren des Künstlers zu wandeln. Gut eingestimmt durch Lesung und Kohlezeichnungen konnte dann der Höhepunkt des Abends genossen werden: der Film „Loving Vincent“ von Dorota Kobiela und Hugh Welchman, ein echter cineastischer Leckerbissen sowohl in Ausführung als auch in puncto Geschichte.

In Öl gemalter Zeichentrickfilm

Die Story greift die Frage auf, ob der vorgebliche Selbstmord van Goghs wirklich so stimmt und nicht vielleicht doch von fremder Hand nachgeholfen wurde. 125 Künstler aus aller Welt haben für das Projekt mehr als 67.000 Ölgemälde geschaffen, alle im Stile van Goghs, die dann zu einem Film verarbeitet wurden. Es ist der erste komplett in Öl gemalte Zeichentrickfilm in Spielfilmlänge.

Hatte man nachmittags noch Glück mit dem Wetter, so regnete es leider während des Films, was die mit Regenschirmen und -jacken gut ausgerüsteten Zuschauer aber nicht vom Filmgenuss abhalten konnte.

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