Kirche

Pater John verabschiedet sich aus Hamminkeln

Pater John Paulose Alakkattuparambil verlässt die Gemeinde Maria Frieden am Ende des Monats.

Pater John Paulose Alakkattuparambil verlässt die Gemeinde Maria Frieden am Ende des Monats.

Foto: Markus Weissenfels / FUNKE Foto Services

Hamminkeln.  Der 37-jährige Geistliche verlässt nach drei Jahren die Gemeinde St. Maria Frieden und wechselt nach Kleve. Am Sonntag gibt es eine Messe.

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Bald heißt es Abschied nehmen für Pater John Paulose Alakkattuparambil, den alle nur Pater John nennen. Der Priester, der vor allem die Ringenberger Christus-König-Gemeinde innerhalb der Pfarrei St. Maria Frieden betreute, tritt im November eine neue Stelle an. Sein neues Wirkungsfeld wird Kleve sein und dort besonders die Pfarrgemeinde in Materborn-Reichswalde, wenn sein Landsmann nach Indien zurückgekehrt ist.

Deutschkurs im Klausenhof

Der 37-Jährige ist seit dem 25. Oktober 2015 in Hamminkeln. Hier absolvierte er im Klausenhof einen Deutschkurs, machte ein Praktikum bei der Gemeinde und blieb als Seelsorger. Und auch, wenn es das mit dem lachenden und dem weinenden Auge eine Phrase ist, stimmt sie für Pater John. Denn das erste, was ihm in den Sinn kommt, wenn man ihn fragt, was ihm denn hier besonders gut gefallen hat, ist: „Die Gemeinde, die Menschen.“

Dabei musste er sich ganz schön umstellen, denn die Seelsorge funktioniert in Indien anders als in Deutschland. Trauergespräche, Ehegespräche, Taufgespräche - all das kannte er vor seiner Zeit in Deutschland nicht. „In Indien kommt jeder Priester mindestens einmal im Jahr zu den Familien und kennt sie deshalb“, erzählt Pater John. Aber Pastor Lamert und das Pastoralteam hätten ihm da sehr geholfen.

Schützenfeste und Karneval waren fremd

Mit den Temperaturen habe er kein Problem gehabt. In seiner Heimatstadt Kevala im Süden von Indien gebe es auch Gebirge und Minustemperaturen. Außerdem hatte er sich natürlich auch auf seinen Aufenthalt in Hamminkeln vorbereitet. Zwar habe er deshalb keinen Kulturschock erlitten, aber manches war doch seltsam. Schützenfeste und Karneval zum Beispiel, waren dem Priester sehr fremd. Das hat ihn aber nicht daran gehindert mitzufeiern. Dabei war Deutschland nicht seine erste Wahl.

Pater John war sieben Jahre Missionar in Papua-Neuguinea. „Ohne Strom, ohne Straßen“, erzählt er von jener Zeit. Das Haus, in dem er wohnte, war marode. Wenn es regnete, wurde er nass. Was ihn nicht daran hinderte, Spenden aufzutreiben, Kirchen, Schulen und Krankenstationen zu errichten für die Menschen dort. „Als ich dort 2015 gegangen bin, hatte ich die zweitgrößte Pfarrgemeinde im Bistum“, erzählt er.

Einladung des Bistums

Als seine Zeit dort endete, wäre er gerne nach Süd- oder Lateinamerika in die Mission gegangen. Doch seine Oberen aus dem Erzbistum Trivandrum hatten andere Pläne für ihn. Denn ihnen lag eine Einladung des Bistums Münster für einen Priester vor und sie suchten jemanden, der schnell eine fremde Sprache lernt: Pater John.

Nun also von Hamminkeln nach Kleve. Die Gemeinde wird Pater John am Sonntag, 27. Oktober, um 10.30 Uhr mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Empfang im Pfarrheim verabschieden. In Kleve wird Pater John dann am 11. November als Kaplan anfangen. An Karneval - wenn das kein Zeichen ist.

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