Naturschutz

Platz für Heidelerche und Wildbiene in den Drevenacker Dünen

Ein traumhafter Wintertag im Naturschutzgebiet Drevenacker Dünen. Zahlreiche Bäume sind hier für den Sandmagerrasen gefallen.

Foto: Erwin Pottgießer

Ein traumhafter Wintertag im Naturschutzgebiet Drevenacker Dünen. Zahlreiche Bäume sind hier für den Sandmagerrasen gefallen. Foto: Erwin Pottgießer

Wesel.   Sandmagerrasen statt Wald - am Rande von Wesel-Obrighoven wird der ursprüngliche Lebensraum wieder hergestellt. Dafür mussten Bäume fallen.

Wer häufiger entlang der Drevenacker Dünen im nordöstlichen Waldbereich von Wesel zwischen Obrighoven und Drevenack unterwegs ist, wird es schon gesehen haben. Denn seit Mitte Januar sind auf einem zehn Hektar großen Bereich der Pliesterbergschen Sohlen Kettenfahrzeuge und Holzrücker unterwegs. Zunächst wurde weitgehend der Wald beseitigt, denn ursprünglich befand sich hier Sandmagerrasen, ein ganz besonderer Lebensraum für bestimmte Arten.

Projekt läuft seit 2012

Es handelt sich um eine der letzten Aktionen im Rahmen des Life+-Projekts Bodensaure Eichenwälder, das seit 2012 läuft und in fünf Monaten enden wird, sagt Johanna Siewers, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei der Biologischen Station im Kreis Wesel. Zusammen mit Förster Michael Herbrecht erklärt sie das, was manche bereits mit Argusaugen beobachtet haben. Wie an vielen anderen Stellen wird im Rahmen des Projekts der ursprüngliche Landschaftscharakter wieder hergestellt. Denn nicht Kiefern, Birken und die problematische Späte Traubenkirsche sollen hier wachsen, sondern dem Lebensraum angepasste Pflanzen.

Solch eine Binnendüne zeichnet sich durch einen nährstoffarmen Boden aus, so dass das Holz hier entfernt werden muss. An den offenen Sandstellen fühlen sich beispielsweise Wildbienen wohl und die Zauneidechse, die hier ihre Eier ablegt, erläutert Johanna Siewers. Auch Feldgrille, Heidelerche und der Neuntöter mögen solche Bereiche. Sie hatten hier mal ihren Lebensraum, sind aber mittlerweile verschwunden. Dass sie zurückkehren, davon gehen die Fachleute aus. Denn es gibt zahlreiche Beispiele dafür, etwa in den Kaninchenbergen in Hünxe. Bereits im Jahr nach den Projektmaßnahmen sang hier das erste Heidelerchemännchen wieder.

Rundwanderweg geplant

Im größten Bereich der Pliesterbergschen Sohlen wurden 90 Prozent der Bäume herausgenommen, Totholz und einzelne herausragende und landschaftsprägende Gewächse sind aber geblieben, genauso wie Weißdornsträucher, die Vögeln einen sicheren Unterschlupf bieten. Kleinere Flächen wurden zur Hälfte vom Bewuchs befreit. Hier war es vor allem der Besenginster, der störte.

Nun sollen die Pflegemaßnahmen regelmäßig wiederholt werden, damit die ursprüngliche Landschaft Bestand hat und die Samen von den Waldrändern keine Chance bekommen. Letztlich ist auch eine Beweidung der Flächen vorgesehen, was das Aufstellen von Zäunen mit sich bringt. Und zu guter Letzt möchte man Spaziergänger demnächst mit einem Rundwanderweg begeistern, der sie mitten in die Natur führt. Auf Hinweistafeln wird dann das wichtigste erläutert.

>>>FAKTEN

Das Areal ist als Naturschutzgebiet nicht nur national geschützt, sondern es handelt sich auch um einen Natura-2000-Bereich, so dass es auch unter europäischem Schutz steht.

Bis zum 1. März darf hier noch gearbeitet werden, dann gibt es einen Baustellenstopp, weil die Brutvogelsaison beginnt. Das Life+-Projekt ist damit noch nicht beendet. In den restlichen wenigen Monaten soll noch einiges an Öffentlichkeitsarbeit folgen, sagt Johanna Siewers von der Biologischen Station. Das Projekt soll zudem Privatwaldbesitzer animieren, Ähnliches im Kleinen nachzumachen.

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