Karneval

Prinzessin Bettina ist an der Macht

Die Uhr im Hintergrund beweist es:  Nur drei Minuten nach 11.11 Uhr hatte Prinzessin Bettina den Rathausschlüssel – und damit die Macht – in  Händen.

Foto: Erwin Pottgiesser

Die Uhr im Hintergrund beweist es: Nur drei Minuten nach 11.11 Uhr hatte Prinzessin Bettina den Rathausschlüssel – und damit die Macht – in Händen.

Wesel.   In Sekundenschnelle gab Bürgermeisterin Ulrike Westkamp den Rathausschlüssel aus den Händen – zur großen Freude vieler närrischer Frauen.

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Die Machtübernahme im Weseler Rathaus dauerte nicht einmal drei Minuten: Bürgermeisterin Ulrike Westkamp zierte sich nicht lange und übergab den riesigen silbernen Rathausschlüssel unter dem tosenden Jubel Dutzender Närrinnen an Prinzessin Bettina I.

Kein Wunder, denn die Bürgermeisterin gab die Macht offensichtlich sehr gerne von Frau zu Frau weiter: „Widerstand gegen wilde Weiber liegt mir absolut ferne. Mit Obermöhne Bettina komme ich zu dem Schluss, dass man unter Frauen solidarisch sein muss.“

Und Westkamp nannte noch einen weiteren guten Grund, ihr Amt ein paar Tage den Karnevalisten zu überlassen: „Bis Aschermittwoch nehme ich mir frei, ergebe mich völlig der Narretei. Bis dahin genießen wir unsere Macht – habt Spaß an der Freud’, singt, tanzt und lacht.“

Die mächtigsten Männer bekamen ihr Fett weg

Zuvor hatt die erste Weseler Bürgerin – passend zu Weiberfastnacht – es verbal sogar mit einigen großen der Weltpolitik aufgenommen: „Männer mit Macht leiden oft an einem Wahnbefall. Denken, sie sind die Größten, hier und überall. An Beispielen dafür mangelt es nicht: Denkt nur mal dran, was Donald Trump so spricht. Putin, Erdogan, Kim Jong un und andere Strategen rüsten auf und wollen sich mit allem und jedem anlegen.“

Da lobe sie sich die weibliche Strategie: „Frauen handeln mit Ruhe, Verstand und Fantasie.“

Das saß! Da wurden die Männer im Rathausfoyer plötzlich ganz leise...

Doch weil es sich die Bürgermeisterin mit ihren männlichen Untertanen offensichtlich nicht ganz verscherzen wollte, gab sie den feierwütigen Frauen noch einen guten Rat mit auf den Weg: „Denkt dran, wie sensibel Männer trotz allem sind. In jedem Manne steckt schließlich ein Kind! Drum gebt ihnen heute Liebe und bützt sie von Herzen – dann können sie die harten Zeiten sicher leichter verschmerzen.“

Dass Prinzessin Bettina I. eine zupackende Frau ist, bewies sie bei ihrer ersten „Amtshandlung“, als sie gleich mal den beiden Beigeordneten Rainer Benien sowie Klaus Schütz ihre Krawatten abschnitt.

Die Obermöhne gab als Parole aus: „Die Männer sollen uns auf Händen tragen, alle Wünsche erfüllen mit ihren Plastikkarten. Am Aschermittwoch, wenn alles vorbei, wir müde vom Regieren, da sollen sie es zeigen – die Wäsche gewaschen, die Hemden gebügelt – auf Rosen uns betten, denn dann ist Valentinstag.“

Gemeinsam mit Ulrike Westkamp feierte die Prinzessin dann getreu ihrem Motto „Mädels an die Macht“ mit unzähligen anderen Karnevalistinnen – und auch einigen Männern, die gestern im Rathaus immerhin geduldet waren...

>>> WESELS WILDE WEIBER WERDEN KAMERUN VERWUNDERN:

Fast alle Gäste beim Rathaussturm kamen herrlich kostümiert zur Machtübernahme der Wilden Weiber. Eine Frau ging als Bergmann ganz in weiß mit Helm und Grubenlampe. Gesichtet wurden auch Mönche, Ritter, Hexen, Mäuse und Pinguine.

Unters Narrenvolk mischten sich auch einige staunende Flüchtlinge. Ein junger Kameruner, seit kurzem in Deutschland, machte direkt ein Selfie mit Möhnen. Man darf gespannt sein, wie dieses Bild wohl in seiner afrikanische Heimat ankommt...

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