Drachenbootregatta

Seltsame Wesen an den Paddeln auf dem Weseler Auesee

Mit viel Elan gingen die Teams ans Werk.

Mit viel Elan gingen die Teams ans Werk.

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Wesel.  Die Drachenbootregatta lockt viele Menschen an den Auesee. Die Teams bestechen nicht nur mit sportlicher Leistung, sondern auch mit Kreativität.

Laute Trommeln, Anfeuerungs- und Schlachtgesänge, originelle Kostüme und Sonne prägten die Stimmung bei der 13. Weseler Drachenbootregatta am Auesee. Zahlreiche Zeltpavillons und Wohnwagen waren dort aufgestellt. Nahe der Zelte waren die Stege befestigt. Von dort aus setzten sich die insgesamt 54 Teams – Sportvereine, Hobbymannschaften, sehr viele Firmengemeinschaften – aus Wesel, ganz NRW und Holland in die Drachenboote, um sich auf dem 200 Meter langen Wasserstück in den diversen Klassen und Pokalwettbewerben der Konkurrenz zu stellen. Die „sportlichen“ Ansprüche waren dabei unterschiedlich.

„Wir haben richtig trainiert, haben in der Fun-Gruppe einen Ruf zu verteidigen“, meinte Carsten van Onna von „Cleverfit“ aus Wesel. „Schließlich haben wir Heimvorteil, letztes Jahr gewonnen und davor auch“, machte sich sein Team im roten Jersey „mit viel Druck und im Takt“ als Geheimnis des Erfolgs auf das Wasser. Auch der Meidericher Kanu-Club war mit einem großen Team vertreten. „Wir können über diesen Weg unseren Anfängern erste Regattaerfahrung bieten“, meinte Teamchef Michael Jasinski. Natürlich stand auch der Spaß im Vordergrund.

Lustige Kostüme zeigen die Kreativität der Teams

„Wir sind seit sieben Jahren dabei und nicht die Besten, aber die Fröhlichsten“, meinten Terry Albrecht und Reinhold Biedinger vom Feldmarker Team „Störtebeker“, einem Zusammenschluss ehemaliger Kiosk-Kunden. „Das ist schön, dass man nach so langer Zeit noch zusammenhält“, findet Ulla Ohletz, die früher „Ulla’s Büdchen“ geführt hat. „Wir sind hier die ersten, die kommen – und die letzten, die gehen.“

Im Hai-Outfit absolvierten die „Sharks“ der Firma Plasson ihre Wettbewerbe. „Wir haben natürlich die besten Kostüme – und bei dem warmen Wetter gibt es dafür sicher auch noch Pluspunkte“, versprach Sanije Farud vom Vertrieb des Unternehmens. „Wir geben alles“, diente als Motivation, auch das „klasse Catering von unserem Chef“ zum Mittag um zwölf Uhr. „Das ist für mich Familie und Teamspirit“, sagte Sandro Eller-Vainicher lachend, nachdem er beim Anlegen ins Wasser geflogen war.

Rolf Bocking feierte seinen 41. Geburtstag bei der Regatta

Optische Konkurrenz gab es aber von den Schülern des Konrad-Duden-Gymnasiums als „Bizeps Ballerinas“ im rosa „Tütü“ und von den „Funkelnden Seesternschnuppen“, einem Freundesteam aus Bonn, Köln, Oberhausen und Wesel. „Ich wollte unbedingt meinen 41. Geburtstag hier feiern“, zog Rolf Bocking mit den Freunden und „Glitter“-Haaren auf dem Kopf über das Gelände.

Jahrelang hatte die Stadt Wesel die Ausrichtung der Veranstaltung allein übernommen, bis vor fünf Jahren nur noch 17 Teams kamen und man nah dran war, die Sache einzustampfen, erzählte Thomas Brocker von Wesel-Marketing. An der Stelle klinkte sich dann der Verein „Paddel voraus“ ein. „Wir wollen die Regatta einfach nicht sterben lassen“, so Dirk Wolbring, der mit seinem Team der Geschichte nochmal Schub verlieh. „Wir sind jetzt hier die größte Tagesregatta in ganz NRW“, konstatierte er angesichts einer Rekordteilnahme von rund tausend Teilnehmern.

Viel Programm am Auesee am Wochenende

Und das Ganze fügte sich so gut ein in das Angebot des Wochenendes, über Führungen der Biologischen Station, dem Open-Air-Kino und der Regatta „die Möglichkeiten, die der See bietet“, aufzuzeigen, meinte Brocker.

Unerfreulichstes Ereignis war am Vormittag der Hitzschlag eines Mannes am Steuerzelt, der aber sofort medizinisch betreut und ins Krankenhaus gebracht wurde. Daraufhin erfolgte sofort der Aufruf, ausreichend zu trinken, was die Teilnehmer auch sehr beherzigten.

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