Computerspiele

Spiele-App aus Schermbeck gegen Langeweile im Fitness-Studio

Der Spieleentwickler Thomas Friedmann aus Schermbeck.

Der Spieleentwickler Thomas Friedmann aus Schermbeck.

Foto: Thomas Friedmann

Schermbeck.  Der 51-jährige Diplom-Informatiker Thomas Friedmann, Boss einer Firma für Computer-Spiele, entwickelt eine App für Besucher von Fitness-Studios

Millionen Fans von leidenschaftlichen Computer-Spielern kennen das beliebte Strategiespiel „Die Siedler“ und natürlich die „Siedler van Catan“, wie auch die mehrteilige Kultreihe „Cultures“. Dass der Entwickler dieser Spiele Thomas Friedmann heißt, mit drei Freunden eine Firma in Oberhausen namens „Funatics“ führt und davor bei „Blue Byte“ in Düsseldorf, den Pionieren der Spielebranche in Deutschland gearbeitet hat, aber privat gemütlich in Schermbeck wohnt, wissen indes nur wenige.

Gerade ist Thomas Friedmann von der „ Gamescom 2019“ aus Köln zurückgekommen. Die weltweit größte Messe für Computer- und Videospiele, auf der alle wichtigen Hersteller aus aller Welt ihre nagelneue Soft- und Hardware präsentieren, ist natürlich ein echter Muss-Termin in seinem Terminkalender.

Der Kunde im Fitness-Studio ist der Spieler

Hier hat der 51-Jährige Diplom-Informatiker aus Schermbeck alte Bekannte, ausgefuchste Experten und Kooperationspartner getroffen, mit denen er über sein neuestes Projekt reden konnte. Natürlich geht es auch bei der neuen Idee wieder ums Spielerische, aber der „Spieler“ ist dieses Mal der reale, echte Besucher und Kunde eines Fitness-Studios, wo auch immer er hingeht.

Dieses Fitness-Studio sucht der Kunde ja auf, weil womöglich ein Arzt oder sein eigenes schlechtes Gewissen ihn dazu verdonnert hat, regelmäßig mindestens zwei- bis dreimal jeweils 20 Minuten lang in der Woche ein so genanntes „Cardio-Training“ zu absolvieren, ein effektives Herz-Kreislauf-Training, auf einem Trimmrad, einem Laufband oder einer Trimm-Treppen-Stufe. Friedmann: „Das fand ich immer total langweilig, rumlaufen und vielleicht irgendwo von einem Bildschirm irgendwelche Landschaftsaufnahmen oder stummgeschaltetes TV-Programm vorgespielt zu bekommen.“ Sein Interesse und sein professioneller Ehrgeiz waren geweckt.

„Im Spiel geht es ja immer um Herausforderung und Belohnung!“

Seine Lösung: Friedmann hat eine Anwendung (App) entwickelt, die man sich beim Cardio-Training mit Hilfe seines Smartphones zuschalten kann; die App erkennt das Trimmgerät des Nutzers, und bildet einen grafischen Stellvertreter (Avatar) ab, der wie der reale Fitness-Studio-Nutzer gerade auf einem Laufband steht und genau die Übungen macht, die der reale Nutzer macht. Er wird quasi in der App abgebildet.

Wenn der echte Nutzer rennt, tut es der Avatar auch, aber es geht auch umgekehrt, wenn der Avatar in der App plötzlich den Berg hoch eilt, wird es für den echten Nutzer auf dem Laufband auch mächtig anstrengend. Friedmann: „Ich habe also ein Spiel entwickelt, das das Cardio-Training spannender macht.“ Man kann Freunde zu dem Training in die App einladen, man kann Punkte sammeln und dem Avatar zur Belohnung ein flottes Trikot kaufen. Friedmann: „Im Spiel geht es ja immer um Herausforderung und Belohnung!“

VR-Brille und Fitness-Sport passen nicht zusammen

Virtuelle Realität, die Spieleentwickler ja stets mit der großen, dicken Brille vor den Augen anbieten, wird es bei diesem Projekt nicht geben. Brille und Fitness-Sport passen nicht zusammen - zuviel Schweiß, zuviel Anstrengung. Aber Kooperationspartner für dieses Projekt seien bereits gefunden, drei Hersteller von Fitness-Geräten hätten Interesse signalisiert. Im kommenden Jahr, werde er damit auf den Markt gehen und dann würden sicherlich weiter Gerätehersteller nachziehen und seine App Verbreitung finden. Der Siegeszug der Spiele-App für Fitness-Studio-Besucher, made in Schermbeck, ist offenbar nicht mehr aufzuhalten.

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