Kochkunst

Tom Waschat serviert in Wesel Suppen aus der mobilen Küche

Fernsehkoch Tom Waschat steht mit seiner neuen Suppenküche dienstags am Südring in Wesel.

Fernsehkoch Tom Waschat steht mit seiner neuen Suppenküche dienstags am Südring in Wesel.

Foto: Lars Fröhlich

Wesel.   Der Spitzenkoch verkauft seine Suppenkreationen aus einer Ape heraus. Am Donnerstag ist er erstmals auch beim Feierabendmarkt vertreten.

Seit einigen Wochen parkt dienstags in der Mittagszeit eine rote Ape vor dem Zweiradladen Mallach am Südring – und die ersten „Stammgäste“ haben sich der Termin schon gemerkt. Denn das kleine, dreirädrige Fahrzeug hat eine wohlriechende Fracht an Bord. „Möchten Sie etwas Bärlauch in der Spargelsuppe?“ fragt Tom Waschat jeden Kunden, der sich sein Gefäß befüllen lässt. Ein Mann hat dem TV-Koch sogar Nachschub mitgebracht: Einen Strauß frischen Bärlauch. Mit seiner kleinen, mobilen Suppenküche ist der Tom Waschat neuerdings einmal wöchentlich auf Tour – und am Gründonnerstag schenkt er erstmals auf dem Feierabendmarkt seine Eintöpfe aus, die, wie er versichert, „ehrlich“ und aus frischen Zutaten hergestellt sind.

An diesem Dienstag gibt es Spargelsuppe, Gulaschsuppe und Paprikacreme. Dazu ein kleines Angebot an Spinatquiches und Vanillepudding mit Erdbeeren. Die Suppen hat der Spitzenkoch aus dem Ruhrgebiet, der vor anderthalb Jahren nach Wesel zog, am Morgen gekocht. Jeden Montag, erzählt Tom Waschat, fährt er mit seiner Ape nach Xanten zum Gemüsehändler und sucht dort aus, was dienstags in den Topf kommt.

Suppenverkauf als Ausgleich

Gekauft wird „das, was am besten aussieht“, sagt Waschat. Dazu gehört zurzeit natürlich der Spargel – und die Gemüsesuppe wird gerne genommen, ebenso wie die Gulaschsuppe. Seine Frau Dagmar Gräf reicht den Kunden dazu ein Brot mit Salzbutter. „Für uns ist das hier ein Hobby“, sagt sie. „Und ein guter Ausgleich zu den psychischen Themen“.

Denn eigentlich hat das Paar nach dem Wegzug aus Duisburg in Wesel an der Schillstraße eine Praxis für Coaching und psychologische Beratung eröffnet. Tom Waschat schreibt zudem Bücher, zum Beispiel über das Stottern. Der TV-Koch und seine Frau, die als Modedesignerin gearbeitet hat, wollten neu anfangen. Für Tom Waschat war auch die Gesundheit ein Grund dafür: „Ein Herzsegelriss“, erzählt Waschat, mit anschließender OP machte ihm zu schaffen.

Suppen sind für Tom Waschat bodenständig

Doch die Kochtöpfe haben ihm gefehlt: „Das Sprechen mit den Händlern, der Geruch – das kenne ich seit meinem 16. Lebenjahr“. Im Internet stieß er auf den italienischen Kleintransporter, der nun einmal wöchentlich mit drei Sorten Eintopf gefüllt wird. Warum Suppe? „Das ist so eine bodenständige Sache, die in Restaurants oft stiefmütterlich behandelt wird“, findet Waschat. „Für mittags ist Suppe das beste, nicht fett und wärmend.“ In Duisburg betrieb er bereits eine Suppenküche.

Rezepte aus aller Welt

Anfang 2019 hat der reisefreudige Koch die Suppenmanufaktur gegründet. Eine große Auswahl an Suppen und Eintöpfe aus aller Welt – aus Korea, Australien, Island, Israel oder Indien – können Kunden vom Niederrhein und aus dem westlichen Ruhrgebiet für größere Anlässe bestellen. Oder in kleinerer Auswahl an der mobilen Küche probieren, wie am Donnerstag beim Feierabendmarkt. Dann gibt’s vermutlich wieder Spargelsuppe, verrät Waschat – und als Nachspeise Kokosmilchreis mit Chili und Mango.

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