Verluste

Umsätze bei Hamminkelner Modeunternehmen Bonita brechen ein

Die Hamminkelner Tochter Bonita schwächelt beim Umsatz im zweiten Quartal und zieht die Tom Tailor Gruppe runter..

Die Hamminkelner Tochter Bonita schwächelt beim Umsatz im zweiten Quartal und zieht die Tom Tailor Gruppe runter..

Foto: Erwin Pottgiesser / WAZ FotoPool

Hamminkeln/Hamburg.  Per Ad-hoc-Meldung teilt Tom Tailor mit, dass die Brückenfinanzierung nur bis Mitte September verlängert wird. Bonita bleibt derweil Sorgenkind.

Es wird eng für den Hamburger Bekleidungskonzern Tom Tailor und damit auch für die ungeliebte Hamminkelner Tochter Bonita. Zwar konnte das Unternehmen die im Juni abgeschlossene Brückenfinanzierung, die in dieser Woche abgelaufen wäre, verlängern. Aber nur bis Mitte September. Das gab das Unternehmen jetzt per Ad-hoc-Meldung bekannt. Zudem habe der Fosun, ein chinesischer Mischkonzern, der die Mehrheit an Tom Tailor übernommen hat, sein kurzfristiges Darlehn verlängert.

Tom Tailor will die Zeit nutzen, um den „Independent Business Review zu finalisieren und eine Einigung über die finale Finanzierungsstruktur und die Beiträge der jeweiligen Partner zu erzielen“, teilte das Unternehmen jetzt mit. Mit „Independent Business Review“ ist eine unabhängige Einschätzung über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens gemeint. „Die Konsortialbanken und Fosun befinden sich hinsichtlich der finalen Finanzierungsstruktur weiterhin in konstruktiven Gesprächen, um eine zufriedenstellende Lösung für alle Aktionäre und das Bankenkonsortium zu erzielen“, sagt Thomas Dressendörfer, CFO der Tom Tailor Group.

Die Umsätze in Hamminkeln brechen ein

Derweil brechen die Umsätze bei der Hamminkelner Tochter Bonita weiter ein. Das Sorgenkind erzielte im zweiten Quartal 2019 nach vorläufigen Zahlen einen Umsatz von 49,9 Millionen Euro. Das sind deutlich weniger als im Vorjahreszeitraum mit 69,9 Millionen Euro. Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zeigt einen Verlust von 1,9 Millionen Euro auf.

Auf deren Verkauf hatte sich Tom Tailor im März bereits mit dem niederländischen Unternehmen Victory & Dreams International Holding geeinigt, die Konsortialbanken hatten der Transaktion aber die Zustimmung verweigert. Nun zieht Bonita den Konzernumsatz nach unten.

Auch der Gruppenumsatz sinkt im zweiten Quartal

Der Umsatz der Gruppe sank im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 6,9 Prozent auf 195,1 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sackte sogar um 80,2 Prozent auf 4,5 Millionen Euro ab. Das abgelaufene Quartal sei „durch hohe Einmalaufwendungen für die laufenden Finanzierungsverhandlungen, die Schließung unprofitabler Stores sowie für den von April bis Juni durchgeführten Übernahmeprozess durch Fosun International Limited“ geprägt gewesen, erklärte das Unternehmen.

Operativ besser lief es für die Kernmarke Tom Tailor: Der Umsatz legte im zweiten Quartal 2019 um 3,7 Prozent auf 145,1 Millionen Euro zu ( im zweiten Quartal 2018 lag der Umsatz bei 139,9 Millionen Euro). Damit wuchs die Marke Unternehmensangaben zufolge auch stärker als der deutsche Modemarkt insgesamt, der zwischen April und Juni im Durchschnitt um über 2 Prozent geschrumpft sei.

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