Europa

Welche EU-Mittel kommen im Kreis Wesel an?

Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden – ein von der EU finanziertes Naturschutzprojekt in der heimischen Region. Im Archivbild Jugendliche aus elf Ländern, die beim Workcamp in Hünxe Traubenkirschen beseitigen, die den Wald erobern.

Bodensaure Eichenwälder mit Mooren und Heiden – ein von der EU finanziertes Naturschutzprojekt in der heimischen Region. Im Archivbild Jugendliche aus elf Ländern, die beim Workcamp in Hünxe Traubenkirschen beseitigen, die den Wald erobern.

Foto: Heiko Kempken

Kreis Wesel.   Millionen fließen aus verschiedenen Fördertöpfen an die Gemeinden, die sie zu nutzen wissen. Im Kreis Wesel hat so manches Projekt Geld bekommen.

Europa – was bringt uns die Gemeinschaft eigentlich? Frieden. Und wirtschaftliche Beziehungen. Aber was kommt im Dorf, in der Stadt von Europa an? Eine Menge, doch die Wege aus den Fördertöpfen zu den Projekten sind auch für Fachleute nicht immer leicht nachvollziehbar.

Einige Förderbeispiele

„Viele der EU-Mittel gehen direkt an die Projektanbieter“, sagt Swen Coralic von der Stadt Wesel, weswegen es nicht ganz so einfach sei, alles genau zu verfolgen. Da waren rund 63.000 Euro aus dem Leader-Topf für den ländlichen Raum von 2007 bis 2013, nennt er als Beispiel. Weiter 202.000 Euro werden für den Zeitraum 2014 bis 2022 kommen. Mittel, die Wesel nur für die Randbereiche erhalten kann, den ländlichen Raum eben. Hinzu kamen Euregio-Mittel für die grenzübergreifende Zusammenarbeit der Uni Duisburg und Nimwegen, einer Schule und eines Kollegs. Die Agentur für Arbeit erhielt 65.000 Euro, das Preußen-Museum 476.000 Euro für die Beteiligung am Kollektiv aus elf Museen im Projekt Geschichte von Krieg und Freiheit ohne Grenzen 2017 bis 2020.

Auch kleinere Städte profitieren

Hamminkeln hat seit 2005 1,35 Millionen Euro für Kunstprojekte auf Schloss Ringenberg erhalten, das Leader-Programm schlug im Zeitraum von 2007 bis 2014 mit 605.000 Euro zu Buche. Aktuell sind laut Bürgermeister Bernd Romanski rund 950.000 Euro EU-Mittel zugesagt - für Projekte wie die Waldbühne in Marienthal oder die Baukulturstelle in Dingden.

Es gibt diverse EU-Töpfe, unter anderem den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), den Europäischen Sozialfonds (ESF), den Europäischen Landwirtschaftsfonds (ELER) und das 7. Forschungsrahmenprogramm. Wer Geld bekommen will, muss sich auskennen und Mittel beantragen. So haben Kommunen im Kreis Wesel aus EFRE, ESF und ELER im Zeitraum 2007 bis 2013 laut RVR knapp 36 Millionen Euro erhalten, plus daran gekoppelte 7.5 Millionen vom Land NRW. Wesel erhielt davon gut 2,5 Millionen (EFRE), macht 43 Euro pro Kopf. Hamminkeln, Hünxe und Schermbeck gingen hier leer aus. Der Europäische Sozialfonds machte rund zwölf Millionen Euro im Kreis Wesel aus, Hamminkeln erhielt 1,5 Millionen, Hünxe 61.691 Euro Schermbeck 321.729 und Wesel 2,3 Millionen Euro.

Vergleichbarkeit ist schwierig

Geld kommt aus der EU in den Städten und Gemeinden an – weitere 3,2 Millionen listet der RVR als „sonstige“ aus. Allerdings fällt es selbst den Gutachtern des RVR schwer, alle Zahlen genau zu beziffern, mitunter stehe der Datenschutz im Wege oder es lassen sich nur bewilligte, nicht die ausgezahlten Summen nachvollziehen.

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