Apollo 11

Wesel: Die Mondlandung fasziniert Bernhard Dymski noch heute

Berhard Dymski hat alte NRZ-Ausgaben zur Mondlandung aufbewahrt.

Berhard Dymski hat alte NRZ-Ausgaben zur Mondlandung aufbewahrt.

Foto: Gerd Hermann / FFS FUNKE Foto Services

Wesel.  Der Weseler erinnert sich noch genau an die Nacht vor 50 Jahren, als er vor dem Fernseher mitfieberte. Die alten NRZ-Ausgaben hat er aufbewahrt.

Noch heute gerät Bernhard Dymski regelrecht ins Schwärmen, wenn er an den 21. Juli 1969 zurückdenkt. Das Ereignis, das ihn immer noch fesselt, geschah genau vor 50 Jahren: Der erste Mensch betritt den Mond! „Das war damals unglaublich, einfach unvorstellbar“, sagt der 80-Jährige und holt ein wenig aus: „Als Kind hat man mir immer sagt: Wenn Du nicht artig bist, schießen wir dich auf den Mond. Und dann lassen sich doch tatsächlich ein paar Menschen wirklich freiwillig auf den Mond schießen. Die ganze Welt war im Aufruhr“.

Im Jahr 1969 sei neben der Faszination und Neugierde auch Skepsis vorhanden gewesen: „Reicht der Treibstoff überhaupt für so eine weite Strecke? Gelingt das Aufsetzen auf der Mondoberfläche?“ „Und kommen die Astronauten wieder heil zurück?“ Um all das live mitzuerleben zu können sei er gemeinsam mit seiner Frau Hildegard mitten in der Nacht aufgestanden, habe sich angezogen und im Wohnzimmer vor dem Fernseher bei dem Jahrhundertereignis mitgefiebert.

Extra den Wecker für die Mondlandung gestellt

Ihr Haus war damals auf der Korbmacherstraße 2 und die Eheleute waren technisch schon recht gut ausgerüstet: „Wir hatten damals schon einen Fernseher, einen hochkantigen Grundig – der hatte allerdings die Größe und Form eines Kühlschranks, mit Holzverkleidung und zwei Türen, die man erstmal aufklappen musste. Und es gab genau drei Programme.“ Normalerweise wurde um drei Uhr nachts nur ein Standbild gesendet – oder aber das schwarz-weiße „Schneegestöber“.

Aber in dieser Nacht war alles anders. „Alle meine Bekannten haben sich dafür extra einen Wecker gestellt. Ob man am nächsten Tag arbeiten musste, war dabei egal.“

Weseler sah die WM 1954 in der Kneipe

Zwar war das Bild nur schwarz-weiß, doch Dymski erinnert sich noch gut, wie er ähnlich bedeutende Fernseh-Übertragungen in der Zeit davor miterlebt hat. „Beim Gewinn der Fußball-Weltmeisterschaft 1954 bin ich in eine Kneipe gegangen: Dort gab es schon einen Fernseher, der ganze Raum war voller Leute, ich als Kind musste mich auf den Boden setzen und war froh, das Fernsehgerät überhaupt sehen zu können.“

Von diesen beiden Ereignisse hat der Senior die Original-Ausgaben der NRZ Wesel kürzlich wiedergefunden, als er im Keller Platz schaffen musste. Vor rund zehn Jahren hatte er die alten, leicht vergilbten und etwas moderig riechenden Ausgaben zuletzt in den Händen. Damals zeigte er die Berichte aus dem Jahr 1969 seinem achtjährigen Enkel Lukas. „Apollo hat’s geschafft!“ lautete die Schlagzeile am 21. Juli 1969 auf der NRZ-Titelseite.

Und im Lokalteil, der 1969 „Kreis Reeser Tagebuch“ hieß, wurde ein Hausmeister zitiert, der – regelrecht im Weltraumfieber – schon von Flügen zum Mars und Jupiter träumte… „Dieses Extrablatt der NRZ gab es tagsüber zusätzlich“, ergänzt Dymski, der im Jahr 1969 Elektromeister war und Inhaber der Firma Elektro Flintrop. Man habe damals vor 50 Jahren nach jeder Information über die Mond-Mission gelechzt. Und als er dann die aus seiner Sicht historischen Zeitungen in den Händen hielt, dachte er sich: „Sowas kann man ja nicht wegwerfen!“

Die Astronauten der Apollo waren Helden

„Berni“ Dymski kann sich noch gut daran zurückerinnern, wie es ihm als 30-Jährigen damals ging: „Wir haben alle mit den Astronauten mitgefiebert – für uns waren das Helden.“ Ihm sei klar gewesen, dass er von diesem Tag noch seinen Kindern und Enkeln erzählen werde – ein weitere guter Grund, zur Anschauung die NRZ von damals aufzubewahren.

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