Geschäftseröffnung

Auf der Bebelstraße in Annen gibt’s jetzt nordisches Design

Viola Werner in ihrem Laden „Wohnklunker“ an der Bebelstraße.

Viola Werner in ihrem Laden „Wohnklunker“ an der Bebelstraße.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Statt Leerstand gibt’s in einem Laden an der Bebelstraße in Witten schöne Dinge aus dem Norden. Auch Kreative werden bei „Wohnklunker“ fündig.

„Hereinspaziert“ steht auf einer Tafel gleich rechts vom Eingang. Und tatsächlich verlockt schon das Arrangement aus Pflanzen und Windlichtern vor der Tür, mal zu schauen, was sich hinter dem Namen „Wohnklunker“ verbirgt. Viola Werner hat auf der Bebelstraße einen Leerstand gegenüber der Polizeiwache behoben und vor einer Woche ihren Concept-Store für Kreidefarben, Wohnaccessoires und Geschenkartikel eröffnet.

Vom hippen Dortmunder Kreuzviertel ist sie nach Annen gezogen. Die auf den ersten Blick mutige Entscheidung kann sie überzeugend begründen. „Das ist ein schönes Ladenlokal. Mir gefällt die Straße mit den großen Bäumen. Ich konnte mir gut vorstellen, mein Geschäft hierhin zu verlegen.“ Den Standort in Dortmund sei sie nicht nur leid geworden, weil sie dort mehrfach Pech mit Wasserschäden und wechselnden Vermietern hatte. Natürlich ist die Miete hier auch günstiger.

„In Dortmund war ich eine unter vielen“

Und: „Dort war ich eine unter vielen“, sagt die 53-Jährige. In Annen, ach, in ganz Witten, gibt es dagegen keinen Laden wie ihren. „Und ich glaube nicht, dass es hier nicht auch Leute gibt, die sich für schönes Wohnen interessieren.“ Vorher hatte in dem Raum mit der hohen stuckverzierten Decke übrigens für kurze Zeit eine Künstlerin ihr Atelier.

„Wohnklunker“ passt zur Bebelstraße, deren Anlieger sich aufmachen, das Viertel in ein Kreativquartier zu verwandeln. Viola Werner bietet ökologische Mineral- und Kreidefarben an, die es im Umkreis nicht in anderen Läden zu kaufen gibt. Schon in Dortmund, wo es sie bereits neun Jahre gab, habe sie viele Kunden aus Herdecke, Hagen und Witten gehabt. Dazu zählen etwa „Fräulein Meyer“-Inhaberin Natalie Bubolz, die in ihrem Café an der Oststraße auch upgecycelte Möbel verkauft, sowie Matthias Wolf, der in seinem Laden an der Bebelstraße ebenfalls altes Mobiliar aufpeppt. So erfuhr Viola Werner vom Leerstand in Annen.

Das Angebot reicht vom Kerzenleuchter bis zu Kreidefarben

Neben den Farben gibt es auch Wachse, Pinsel, Schleifpapier, Schablonenbücher – und natürlich schöne Wohnklunker in skandinavischem Design: Kerzenleuchter, Vasen, Tassen, Servietten, Holzbretter, Karten, außerdem ein paar Grünpflanzen und Trockenblumen. Denn Viola Werner, die Zahnarzthelferin war und dann lieber in die Gastronomie wechselte, hat später noch eine Umschulung zur Floristin gemacht.

Blumenhändlerin allerdings wollte sie nie wirklich werden. „Mich haben Gestaltungs- und Farblehre interessiert.“ Denn sie sei immer schon kreativ gewesen. Stricken, Sticken, Patchwork: „Hab ich alles ausprobiert.“ Und wenn andere Kinder auf der Kirmes Autoscooter fuhren, stand sie vor der Losbude, an der man Blumen gewinnen konnte – um hinterher mit dem einen oder anderen Gewinn ihr Zimmer zu dekorieren.

Nun freut sich Viola Werner auf den Neustart in Annen. Natürlich gibt es ihre schönen Dinge auch online. Doch wirklich wichtig sei ihr der persönliche Kontakt zu den Kunden.

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