Kultur

Beim Witten-Konzert des Frauenchors Harmonie gibt’s Küsschen

Musikalisch ganz stark: der Frauenchor Harmonie Wetter mit Pianistin Sigrid Althoff und Dirigent Stefan Lex beim Sommerkonzert.

Musikalisch ganz stark: der Frauenchor Harmonie Wetter mit Pianistin Sigrid Althoff und Dirigent Stefan Lex beim Sommerkonzert.

Foto: Jürgen Theobald / FUNKE Foto Services

Witten.  Der Frauenchor Harmonie Wetter hat sein Sommerkonzert im Saalbau Witten gegeben. Dirigent Stefan Lex verbreitete dabei äußerst gute Laune.

Dirigent und Tenor Stefan Lex strahlte vor Glück. „Ich darf wöchentlich einmal in die Augen von über 70 erwartungsvollen Frauen blicken, die auf meine musikalische Inspiration warten und mir ihr Herz zu Füßen legen“, sagte er gefühlvoll übertrieben und erntete dafür von Sängerinnen und Publikum Gelächter und mit Neid gemischten Beifall.

Er revanchierte sich auch artig für die Sympathien, indem er bei seiner Arie „Ob blond, ob braun, ich liebe alle Frau’n“ seine Sängerinnen gleich reihenweise herzte und küsste. Solche und ähnliche an Klamauk grenzende Einlagen nahm ihm das Publikum im gut besuchten Saalbau keinesfalls übel. Sie trugen eher zur heiteren Atmosphäre dieses musikalischen Nachmittags bei.

Trotz aller Fröhlichkeit geriet die Qualität der musikalischen Vorträge keineswegs ins Hintertreffen. Sobald er dirigierte, hatte Lex die volle Aufmerksamkeit und Konzentration seiner mehr als 70 Sängerinnen. Das Ergebnis war klangvoll und musikalisch ausgearbeitet, wobei besonders genau gesetzte Akzente und dynamische Abstufungen positiv auffielen. Lieder wie „Über den Wolken“ oder der Evergreen „Ganz Paris träumt von der Liebe“ verführten zum Träumen und Mitsingen.

Die gute Qualität des Frauenchores wurde auch durch seine Fähigkeit sichtbar, Solistenensembles und sogar einzeln auftretende Solisten hervorzubringen. Neun Damen hatten sich unter der Leitung von Sigrid Althoff zu einem Kammerchor zusammengefunden. Ihre Interpretation der anspruchsvoll komponierten „Bohemian Rhapsody“ von M.Brymer war gut einstudiert und spannend anzuhören.

Chorsängerinnen traten auch als Solistinnen auf

Zwei Chorsängerinnen trauten sich aus der Reserve und traten als Solistinnen vor das Publikum. Katrin Görlas (Mezzosopran) sang temperamentvoll und mit viel Gestik den Schlager aus den 60er Jahren „Ich will keine Schokolade“. Mit klangvoller Stimme und dem Schalk im Nacken begeisterte sie ihr Publikum. Stimmlich ebenfalls auf gutem Wege ist die Sopranistin Ronja Nickel. Aus dem bekannten Musical „Das Phantom der Oper“ sang sie das Lied „Think of me“. Stimmlich ausgebildet und im unverkennbaren Musicalstil reift mit ihr vielleicht ein junges Talent heran.

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