Herbede

Bürger sorgen sich um Gesamtschule

Die Herbeder sorgen sich um den Bestand der Hardenstein-Gesamtschule in ihrem Stadtteil.

Die Herbeder sorgen sich um den Bestand der Hardenstein-Gesamtschule in ihrem Stadtteil.

Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

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Witten. Die Zukunft der Gesamtschule in Herbede beschäftigte zahlreiche Bürger beim Stadtteilforum am Donnerstagabend (16.5.).

„Ist die Stadt nicht willens, den Erhaltungsaufwand für das marode Gebäude zu leisten?“ fragte ein Herbeder die versammelte Stadtspitze in der vollen Schulaula. Die Stadt wolle dem Wunsch der Eltern nachkommen und zwei Gesamtschulen in Witten erhalten, versicherte Schuldezernent Frank Schweppe. Mit dem baulichen Zustand habe die Zukunft der Hardensteinschule am Standort Vormholz aber weniger zu tun. Vielmehr seien die Schülerzahlen ausschlaggebend. Und da die „Herbeder immer weniger Nachwuchs produzieren“, sei es fraglich, ob man die Schule an diesem Standort erhalte. Bekanntlich gibt es Überlegungen für eine Verlagerung ins Zentrum.

Ein weiteres Thema war der Verkehr. „Wofür ist der Kreisverkehr an der Rautertstraße überhaupt nötig?“ wollte ein Zuhörer wissen. Der Kreisel solle auch die Wendemöglichkeit für die Busse werden, erläuterte Stadtbaurat Dr. Markus Bradtke. Beide Kreisel auf der Wittener Straße, gerade jener in Höhe Vormholzer Straße, sollen die bisherigen Staus an den Kreuzungen vermeiden. Das Ende der Bauarbeiten ist Anfang 2014 angepeilt.

Ein Dauerbrenner bleibt das Thema Einzelhandel. Das Gelände an der Gerberstraße wurde für einen neuen Supermarkt ausgeschrieben. Der in Frage kommende Investor muss seine Pläne bekanntlich nachbessern. In dem vorliegenden Konzept für einen „Vollsortimenter“ seien sowohl die Begrünung als auch die Stellplätze nicht ausreichend, erklärte Bradtke. Ein abschließendes Ergebnis konnte er noch nicht vorstellen.

Der Bebauungsplan für einen Neubau an der Wittener Straße (Netto) muss laut Baudezernent nach der nun erfolgten Einigung des Eigentürmers mit den Nachbarn noch erarbeitet werden.

Der Gewerbe- und Industriestandort Herbede: Hier gehe es vor allem um die Bestandssicherung bestehender Betriebe, sagte Markus Bradtke. Zwar sollten keine neuen Gewerbeflächen ausgewiesen, die vorhandenen jedoch erhalten werden. Damit sichere man einerseits Arbeitsplätze im Industriesektor. Andererseits schaffe man so Planungssicherheit für die Unternehmen.

Erfolge in der Stadtteilentwicklung sieht die Stadt unter anderem in der privat finanzierten Gründung des „Rathauses für Medizin“, im Bau der Inlinertrasse „Ruhr-in-Line“ am Kemnader See und der geplanten Umnutzung des alten Zollhauses als Gastronomie. In dem Gebäude richtet die Wabe ein Café mit Biergarten ein. Auch das geplante Tauchsportzentrum bezeichnet Bradtke als „Hochgenuss“ und „Alleinstellungsmerkmal fürs Ruhrtal“.

Der Stadtteil solle weiter gestärkt und kinder- und jugendgerecht gestaltet werden, meinte Bürgermeisterin Sonja Leidemann. „Damit die Herbeder hier bleiben.“ Allerdings musste ihr Erster Beigeordneter einräumen, dass die vorhandenen Kindergartenplätze nicht ausreichen. Frank Schweppe: „Eine Lösung des Problems mit der Kita-Versorgung ist nicht in Sicht.“ Herbeder Eltern wichen deshalb vermehrt auf Heven aus.

Insgesamt sieht die Stadtspitze Herbede aber auf einem guten Weg - trotz der angespannten Finanzlage Wittens, die der Kämmerer erläuterte. Ein Pfund bleibt der nahe Stausee, wenngleich Herbede nach wie vor durch die Bahngleise davon abgeschnitten ist. Stadtbaurat Bradtke: „Der Freizeit des Sees wird sich noch deutlich erhöhen.“ Dabei denkt er vor allem an die Abendbeleuchtung für die Inliner-Trasse. Es werde Licht in Herbede.

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