Kemnader See

Gegen Pfosten geprallt: Radlerin am Kemnader See verletzt

An diesem Poller verletzte sich Carmen Wulff, als sie mit einer Gruppe von Radfahrerinnen vom ETSV Witten unterwegs war.

An diesem Poller verletzte sich Carmen Wulff, als sie mit einer Gruppe von Radfahrerinnen vom ETSV Witten unterwegs war.

Foto: Wulff

Witten/Bochum/Hattingen.  An einem Pfosten am Kemnader See in Witten, Bochum, Hattingen haben sich zwei Radler an einem Tag verletzt. Nun wurde der Poller wieder abgebaut.

Es sollte ein schöner Ausflug mit ihren Freundinnen vom Handball werden – aber er endete für Carmen Wulff im Krankenhaus. Sie prallte am Kemnader See mit ihrem Rad vor einen Begrenzungs-Poller, stürzte und zog sich schwere Verletzungen im Gesicht und an den Zähnen zu. „Der Pfosten ist gefährlich“, sagt die 49-Jährige. „Und alles andere als sinnvoll.“

Der Poller, um den es geht, steht auf dem Radweg an der Oveneystraße. Der Weg ist recht breit an dieser Stelle, kurz danach knickt er ab. Weiße Markierungen teilen an dieser Stelle die Spuren für Inliner, Radfahrer und Fußgänger auf, auf einer davon steht der Unfall-Pfosten. Gut zu sehen eigentlich. „Aber er kommt völlig unerwartet“, sagt Carmen Wulff. Als sie im September mit ihrer Gruppe unterwegs war, habe sie überhaupt nicht damit gerechnet, dass an dieser Stelle ein Hindernis stehen könnte.

Damit ist sie offenbar nicht allein: „Hier passiert andauernd was – gefühlt jede Woche“, erklärten Anlieger, die der verletzten Carmen Wulff mit Kühlpads halfen. Und tatsächlich rauschte schon am selben Tag noch ein Radfahrer gegen den Pfosten. Die Gabel seines Rads zerbrach, der Mann selbst kam mit leichteren Blessuren davon. Die Polizei hingegen weiß nichts von einem Unfallschwerpunkt an dieser Stelle. Sieben Unfälle mit insgesamt sechs Verletzten habe es im letzten Jahr gegeben – aber am gesamten See.

Das Argument der Freizeitgesellschaft Kemnade, der Pfosten sei aufgestellt worden, um Autos vom Radweg fernzuhalten, lässt Carmen Wulff nicht gelten: „Neben dem passt doch ein VW-Bus durch!“ Aber nicht die Laster, die den Radweg auch gern als Abkürzung nutzen, wie Geschäftsführer Jürgen Hecht erklärt. Die Lkw seien nicht nur eine Gefahr für Radfahrer und Inliner, „die machen auch den Weg kaputt, für eine solche Belastung ist der Asphaltbelag nicht ausgelegt.“

„Die Sicherheit der Besucher geht vor“

Er kann sich gut vorstellen, dass man den Pfosten übersehen kann, wenn man in einer Gruppe unterwegs ist – oder der Besucherandrang an schönen Tagen groß ist. „Deswegen haben wir gleich reagiert, als die beiden Unfälle im September passiert sind“, so Hecht. Er versichert, von weiteren Unfällen bislang nichts gehört zu haben. Der Pfosten wurde inzwischen abgebaut. Hecht: „Die Sicherheit der Besucher geht vor.“

Um den Verkehr abzuhalten, müsse man sich nun etwas anderes einfallen lassen. „Etwas, das nicht so gefährlich ist und zudem auch noch auffälliger.“ Die flexiblen Poller, die an anderer Stelle am See stehen, vielleicht. „Aber im Zweifelsfall sind die auch nicht so toll.“ Als erstes würden Verbotstafeln für Autos und Laster aufgestellt. „Die haben hier auf dem Radweg am See nichts verloren.“

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