Pflegenotstand

In der Wittener Kinderklinik müssen keine Betten leerstehen

Der Pflegenotstand macht sich auch in den Kinderkliniken des Landes bemerkbar.

Der Pflegenotstand macht sich auch in den Kinderkliniken des Landes bemerkbar.

Foto: Bernd Wüstneck / picture alliance

Witten.  Der Pflegenotstand habe die Kinder-Intensivstationen erreicht, meldete der WDR. Für Witten gelte das aber nicht, versichert das Marien-Hospital.

In Krankenhäusern im Westen stehen Betten auf Kinder-Intensivstationen leer, weil Pflegepersonal fehlt. Das meldete der WDR am Donnerstag (15.8.) . Die Kinder-Intensivpflege im Lande sei „an der Grenze der Leistungsfähigkeit“, sagte Prof. Dr. Heymut Omran von der Uniklinik Münster dem Sender. Krankenhäuser hätten über Jahre an der Pflege gespart, „und jetzt reicht es nicht mehr“. Die Folge: Schwerkranke Kinder können nicht immer vor Ort versorgt werden und müssen über Hunderte von Kilometern in eine andere Intensiveinheit verlegt werden. Der WDR nennt in seiner Erhebung die Kliniken Münster, Stankt Augustin, Düsseldorf, Aachen, Köln, Hamm und Lippstadt. Witten ist davon offenbar nicht betroffen.

In den letzten Jahren mussten im Marien-Hospital auf der Kinderintensivstation, die mit dem Umzug der Klinik Anfang 2019 erweitert wurde, keine Betten aufgrund von fehlenden Pflegekräften gesperrt werden“, versichert Theo Freitag, Geschäftsführer der St.-Elisabeth-Gruppe, zu der das Wittener Krankenhaus gehört. Dies sei auch deshalb gelungen, weil die Pflegekräfte des Hauses engagiert und flexibel einspringen würden, wenn Kollegen ausfallen. Kurzfristiges Einspringen solle aber keine Lösung auf Dauer sein.

Elisabeth-Gruppe setzt auf eigene Ausbildung

Stattdessen setzt die Elisabeth-Gruppe auf eigene Ausbildung. „Da auf dem Arbeitsmarkt seit geraumer Zeit kaum Pflegekräfte verfügbar sind, investieren wir seit Jahren konsequent in die Ausbildung, um den Bedarf an Gesundheits- und Kinderkrankenpflegern zu decken“, heißt es. So seien nicht nur die Ausbildungsplätze in der eigenen Krankenpflegeschule deutlich erhöht worden. Es werde auch Wert auf eine intensive Einarbeitung der neuen Kollegen gelegt.

Berufseinsteiger mit abgeschlossener Ausbildung würden auf der Kinderintensivstation bei ihrer Arbeit durch eine freigestellte Praxisanleiterin begleitet und geschult, die ausschließlich für diese Mitarbeiter zuständig ist. Durch die Förderung junger Kollegen sei es gelungen, die Mitarbeiterzahl kontinuierlich zu erhöhen, auch wenn sich Beschäftigte entschieden hätten, das Unternehmen zu verlassen oder während der Elternzeit nicht zur Verfügung stünden, so Freitag. Geplant sei, dass die Anzahl der Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger auf der Kinderintensivstation bis Ende 2019 weiter ausgebaut wird.

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