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Junge Oldtimer glänzen in Witten wieder um die Wette

Ein alter Käfer gehörte zu den „Youngtimern“, Baujahr 1989 bis 1999, die auf dem Ostermanngelände in Witten zu sehen waren.

Ein alter Käfer gehörte zu den „Youngtimern“, Baujahr 1989 bis 1999, die auf dem Ostermanngelände in Witten zu sehen waren.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten.  Hier glänzt der Chrom. Beim Youngtimer-Treffen auf dem Wittener Ostermanngelände gab es wieder ganz besondere Autos und Motorräder zu bestaunen.

Die Konkurrenz wird es schwer haben, kündigt Frank Volz an. Immerhin steht sein 27 Jahres altes BMW Coupé nicht in jeder Garage. „Die letzten Jahre habe ich damit immer einen Pokal gewonnen.“ Genau 30.636-mal ist das Modell 850 vom Fließband gegangen. Der türkisblaue Flitzer funkelt auf dem Ostermann-Parkplatz in der Mittagssonne, während der Auto-Liebhaber im schattigen Pavillon mit Freunden plaudert.

Beim vierten Wittener „Youngtimer“-Treffen – gemeint sind junge Oldtimer – stößt der Kamener auf viele Gleichgesinnte. Als „Youngtimer“ gelten alle Fahrzeuge der Baujahre 1989 bis 1999. Mehr als 300 Fahrer parken bei der vierten Ausgabe ihre alten Schätzchen vor dem Möbelhaus, um an den Wettbewerben teilzunehmen. Das sind zwar nicht so viele Teilnehmer wie im letzten Jahr, als um die 500 Schlitten präsentiert wurden. Dennoch freut sich das Veranstalterteam über einige besondere Schmuckstücke. Erstmals knattern auch Motorradbesitzer über das Gelände in Annen.

Besucher stimmen über schönste Fahrzeuge ab

Den glänzenden PS-Gefährten winken verschiedene Preise, unter anderem ein Golf GTI. Die Besucher können darüber abstimmen, welche Autos und Motorräder sie am schönsten finden. Gewählt wird in mehreren Kategorien, darunter Limousine, Cabriolet oder Kleinbusse. Wie speziell der Kult um die Karosserien sein kann, beweisen schon die stolzen Besitzer. Viele parken ihren Liebling neben Autos der gleichen Marke

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Bekannte treffen und Benzingespräche führen

Das tut auch BMW-Fahrer Frank Volz. Seine Leidenschaft begann in den 90er Jahren, als er verschiedene fahrbare Untersätze ausprobierte. Erst Volkswagen, dann Audi. Richtig überzeugt war der 54-Jährige erst, als er am Steuer eines BMW saß. „Die Technik ist zuverlässiger und natürlich ist der Fahrspaß größer“, sagt der Fan.

Ein paar Meter weiter sehen sie das natürlich absolut anders. Dort versammeln sich die Opelaner. Blöde Sprüche über die Konkurrenzmarke hört man hier keine. Für den Besitzer eines roten Omega 3000, Baujahr 1986, zählt das Miteinander. „Man trifft hier Bekannte und führt Benzingespräche“, sagt der 52-Jährige.

Sein Kumpel Roger kann diesen Zusammenhalt nur bestätigen. Der Fahrer eines weißen Kadetts hat einst selbst noch im Ersatzteillager von Opel Bochum gearbeitet – bis das Werk geschlossen wurde. Die Zeit prägt ihn bis heute. „Dort habe ich auch meine Frau kennengelernt“, erzählt Roger. 30 Jahre sind beide mittlerweile zusammen. Alte Liebe rostet nicht. Schon sein Vater stempelte 1962 im Werk erstmals ab, erinnert sich der 53-Jährige. „Wir stammen aus einer reinen Opel-Familie.“ Umso mehr freuen sich die Opelaner über neue Pokale für ihre soliden Straßenkreuzer.

Nicht am Wettbewerb nehmen dagegen die Oldtimer-Besitzer teil, von denen ebenfalls einige den Weg nach Witten gefunden haben.. Thomas Ribek (53) ist mit einem alten Bulli in Weiß und Orange gekommen. „Den haben wir als Schrotthaufen gekriegt.“ Fünfeinhalb Jahre hat er gemeinsam mit seiner Frau den Kult-Transporter restauriert. Beide lehnen sich nun in Klappstühlen zurück und sind stolz auf diesen bunten Blickfänger.

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