Nachtigallbrücke

Neuer Belag der Wittener Nachtigallbrücke weist Risse auf

So sah der Harzbelag auf der Wittener Nachtigallbrücke frisch nach der Sanierung Ende April aus.

So sah der Harzbelag auf der Wittener Nachtigallbrücke frisch nach der Sanierung Ende April aus.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Witten.  Gut drei Monate nach ihrer Sanierung weist die Nachtigallbrücke in Witten schon wieder Schäden auf. Im neuen Harzbelag haben sich Risse gebildet.

Gut acht Monate war die Nachtigallbrücke dicht, von Ende August 2018 bis in den April hinein. Ein teurer Sanierungsfall. Erst nach Ostern, ein halbes Jahr später als geplant, konnte die Stadt das Tor ins Wittener Muttental nach einer aufwändigen Erneuerung wieder öffnen. Statt über marode Holzplanken rollen Radfahrer nun über einen komfortabel wirkenden, rutschfesten Harzbelag. Das Dumme an der Sache: Die aufgetragene Epoxidschicht ist an mehreren Stellen bereits gerissen, wie Leser Matthias Gerstung jetzt festgestellt hat.

Gerstung fielen die Schäden auf, als er kürzlich mit dem Fahrrad über die Brücke fuhr. „Der auf die Stahlbleche aufgebrachte Epoxidharzbelag ist an allen Stellen gerissen, an denen die Stahlbleche aneinanderstoßen“, sagt der Hevener. Der Belag bröckele bereits – und das knapp vier Monate nach der 550.000 Euro teuren Brückensanierung. Die gesamten Holzbohlen waren seinerzeit durch Stahlplatten ersetzt worden, auf die die Harzschicht aufgetragen wurde.

Radfahrer hat acht Bruchstellen auf der Wittener Brücke gezählt

Gerstung hat nach eigenen Angaben insgesamt acht Bruchstellen gezählt. „Wahrscheinlich hat sich der Stahl durch Wärme und Kälte stärker ausgedehnt als der aufgebrachte Belag“, sagt er. „Jeder Laie hätte gewusst, dass man Dehnungsfugen einbauen muss.“ Hat hier die städtische Bauaufsicht geschlafen? Oder das von ihr beauftragte Planungsbüro? Das fragt sich der Leser.

Die Schäden sind dem Wittener Tiefbauamt bekannt. Man habe der verantwortlichen Firma eine Frist zur Ausbesserung gesetzt, so Stadtsprecherin Annette Kempf am Donnerstag (15.8.) auf Nachfrage. Die Stadt treffe keine Schuld und das bauausführende Unternehmen vermutlich auch nicht. „Die Risse sind vermutlich durch die starke Hitze entstanden.“ Beide Seiten seien miteinander im Gespräch.

Allerdings muss die Brücke für die erneuten Sanierungsarbeiten erneut zirka eine Woche lang gesperrt werden. Ein Termin dafür steht noch nicht fest. Der Stadt entstehen nach eigenen Angaben keine weiteren Kosten. Die Schäden dürften noch in die Gewährleistungsfrist fallen. Ursprünglich sollten sie in den Ferien ausgebessert werden. Dieser Termin habe sich aber durch die Urlaubszeit verschoben.

Vorerst bleibt die Brücke weiter geöffnet. Sie gilt als sicher und Radfahrer oder Fußgänger kommen weiterhin ohne Umwege ins idyllische Muttental. Es droht keine neue Langzeitsperrung.

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