Gericht

Intensivtäter mit 15 – Wittener Bandenchef vor Gericht

Auch diesen Thai-Massage-Salon an der Wittener Johannisstraße sollen die Jugendlichen überfallen haben.

Auch diesen Thai-Massage-Salon an der Wittener Johannisstraße sollen die Jugendlichen überfallen haben.

Foto: Barbara Zabka / FUNKE Foto Services

Witten/Wetter.  Am Gericht Hagen ist der Prozess um einen mutmaßlichen Intensivtäter aus Wetter (15) gestartet. Auf sein Konto sollen über 100 Einbrüche gehen.

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Gegen den Wetteraner, der als mutmaßlicher Kopf einer Jugendbande viele Monate lang die Wittener Innenstadt aufgemischt haben soll, hat heute (5.12.) ein Prozess vor dem Amtsgericht in Hagen begonnen. Für hunderte Einbrüche und Diebstähle soll der 15-Jährige verantwortlich sein. Dazu kommen laut Polizei Sachbeschädigung, Körperverletzung und Drogendelikte.

Im August 2019 hatten Polizeibeamte in Zivil den Jugendlichen in der Wittener Galenstraße nahe der Fußgängerzone entdeckt und ihn festgenommen. Danach saß er in der Justizvollzugsanstalt in Iserlohn, einer Jugendstrafanstalt, ein.

Nach jeder Vernehmung wieder auf freien Fuß

Vor einem Jahr, im Dezember 2018, hatten sich besorgte Wittener Geschäftsleute, darunter der ehemalige Wirt des inzwischen geschlossenen Ratskellers Robin Schmidt, in der Wittener Lokalredaktion gemeldet. Sie fühlten sich von einer Bande Jugendlicher bedroht. In einem Thaimassage-Laden an der Johannisstraße hätten sie den Standort der Kasse ausspioniert, in einem Nagelstudio eine Geldkassette gestohlen. Die verdächtigen Jugendlichen kamen nach jeder Vernehmung aber wieder auf freien Fuß und machten weiter.

Wie die Redaktion später ermitteln konnte, wurden dem Jugendlichen zu diesem Zeitpunkt schon über 100 Delikte und Straftaten angelastet – von Schwarzfahren, Ruhestörung und Sachbeschädigung bis hin zu Diebstahl, Körperverletzung, Drogenvergehen und Raubversuch. In seiner Heimatstadt Wetter war er bereits mehrfach als vermisst gemeldet worden.

In Jugendpsychiatrie untersucht

Auf Bitten des Jugendamtes in Wetter, das den Jugendlichen schon länger betreut haben soll, war der damals 14-Jährige in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie auf seine Schuldfähigkeit untersucht worden. Laut Kreispolizei EN hatte der Junge zuvor bereits am Hilfsprogramm „Kurve kriegen“ teilgenommen, das kriminelle Karrieren früh verhindern soll. Wegen mangelnder Mitwirkungsbereitschaft habe er das Programm aber wieder verlassen müssen. Wie unsere Redaktion erfahren hat, soll der Junge Autist sein und eine geistige Behinderung haben.

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